Immunsystem ganzheitlich stärken, Spaziergang an der frischen Luft, starke Abwehrkräfte, Frau im Wald, Herbstspaziergang
17.08.2021

Gesundheit erhalten -
Immunsystem ganzheitlich stärken

Text: Beatrix Treml

Täglich sind wir Umwelteinflüssen und äußerlichen Kräften ausgesetzt, für die der Körper ein intaktes, gut funktionierendes Immunsystem benötigt. YOLO verrät Ihnen sieben Möglichkeiten, Ihre Abwehrkräfte ganzheitlich zu stärken.

Warum fragen wir uns, was wir machen können um nicht krank zu werden, anstatt herauszufinden wie wir gesund bleiben? Ein leistungsfähiges Immunsystem ist die wichtigste Voraussetzung, um sich bester Gesundheit zu erfreuen. Die Power des Immunsystems kann ganz einfach gestärkt werden, indem Sie sich ausgewogen ernähren, dem Körper genug Pausen gönnen und ein paar gesunde Gewohnheiten etablieren. 

Was bewirken immunsystemstärkende Maßnahmen?

Aus ganzheitlicher Sicht betrachtet sind es nicht nur Viren und Bakterien, die dem Körper der Gesundheit berauben, sondern auch ein aus dem Gleichgewicht geratenes Immunsystem. Ist die Balance nicht mehr gegeben, kann das Abwehrsystem nicht mehr umfassend schützen und Erreger schaffen es leichter, die Oberhand zu gewinnen. Leider lenken wir hauptsächlich in den Herbst- und Wintermonaten den Fokus auf immunsystemstärkende Maßnahmen. Dabei ist es wichtig, das gesamte Jahr über auf eine intakte Abwehr und gesunde Zellen zu achten. Das größte und wichtigste Schutzsystem des Körpers möchte daher stets die Aufmerksamkeit, die es verdient.

„Das Immunsystem ist ein dynamisches System, das von uns täglich veränderbar ist. Wir können also jeden Tag bewusst positiv darauf Einfluss nehmen“, so die Ärztin Dr. Dorothea Schleicher-Brückl. Es ist also ganz einfach, die Ausgewogenheit des Immunsystems zu erhalten. Auf ganz natürliche Art und Weise bringen bewusste Ernährung, Entspannung oder Bewegung die Abwehrkräfte täglich auf Hochtouren und beinflussen diese positiv.

Die nachfolgenden sieben immunsystemstärkende Maßnahmen können ganz einfach in den Alltag integriert werden. Sie…

  • … helfen bei der Regulierung des Immunsystems.
  • … wirken entzündungshemmend und antioxidativ.
  • … regen die Bildung von Immunzellen an und stärken deren Funktionen.
  • … wirken gegen Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze.

7 Methoden zur natürlichen Stärkung des Immunsystems

1. Gesunde Ernährung

Je bunter der Teller, desto mehr freut sich das Immunsystem. Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe unterstützen die Abwehrfunktionen des Körpers, da sie an nahezu allen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt sind. Ungesunde Fette und zu viele Kohlenhydrate führen unweigerlich zur Zunahme des viszeralen Fetts. Darunter versteht man die innere Fettschicht im Bauchraum, die sich um die Organe legt. Eine Häufung dieser Fettzellen bringt eine Reduktion der Immunzellen mit sich. Diese sind aber für den Körper notwendig, da sie verhindern, dass das Immunsystem die eigenen Zellen angreift. Ebenso sollten Zucker und Alkohol nur in Maßen genossen werden. Zucker beispielsweise raubt dem Körper Vitamin C und führt dazu, dass die Abwehr kurz nach dem Verzehr um ganze 40 Prozent geschwächt ist. 

Auch die Flüssigkeitszufuhr ist Teil einer gesunden Ernährung. Ausreichend Wasser zu trinken, hilft dem Körper Gifte auszuscheiden und die Schleimhäute feucht zu halten. Trocknen diese aus, haben Bakterien und Viren ein leichtes Spiel. Wir fassen zusammen: eine bunte, ausgewogene Ernährung, wenig Genussmittel und ausreichend Wasser wirken sich positiv aus das Immunsystem aus und helfen dem Körper dabei unsere Gesundheit zu erhalten!

2. Ausreichend Schlaf

Erholsamer und vor allem ausreichend Schlaf bildet – neben gesunder Ernährung – eine der Grundlagen einer starken Abwehr. Während des Schlafens regeneriert sich der Körper, es werden Wachstumshormone ausgeschüttet sowie der Stoffwechsel angeregt. Bereits eine Nacht mit zu wenig Schlaf kann sich daher negativ auf das Immunsystem auswirken – chronischer Schlafmangel stört das gesunde Gleichgewicht des Immunsystems langfristig. „Wie viel Schlaf jeder von uns braucht, hängt von individuellen Parametern wie etwa Alter, Geschlecht und Erholungsbedarf ab. Für die meisten von uns liegt dieser Bereich zwischen sieben und neun Stunden", erklärt Ernährungswissenschaftlerin Mag. Stefanie Aigner. Eine feste Abendroutine kann dabei helfen, früh genug ins Bett zu gehen und entspannt einzuschlafen. Schlaf ist übrigens auch die beste Methode um sich vom Training zu regenerieren

3. Darmgesundheit

„Der Darm ist vielseitig und an Stoffwechsel, Wasserhaushalt sowie dem Immunsystem beteiligt", so Prof. Dr. Brigitte Mayinger, Chefärztin der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Allgemeine Innere Medizin im Helios Klinikum München West. Im Darm befindet sich der größte Teil unseres Immunsystems. Genauer gesagt leben dort über 70 Prozent der Immunzellen, deren Aufgabe es ist, unerwünschte Keime und körperfremde Stoffe zu bekämpfen, indem die Produktion von Abwehrzellen angeregt wird. Je größer die Vielfalt der Darmbakterien, gegen umso mehr unterschiedliche Gefahren kann der Körper ankämpfen. In einem gesunden Darm sind bis zu 1000 verschiedene Bakterien-Arten ansässig. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass pflanzliche Proteine und ungesättigte Fettsäuren positive Effekte auf die Zusammensetzung der Darmbakterien haben.

Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie hochwertigen Vollkornprodukten kann eine gesunde Darmbarriere zusätzlich unterstützen. Aber auch die Vermeidung von negativen Stress, genügend Schlaf und regelmäßige Bewegung spiele eine große Rolle für die Darmgesundheit.

4. Stress reduzieren

Der als negativ bewertete Stress ist der größte Feind des Immunsystems. Akuter Stress und vor allem langanhaltende Überforderung verändern die Arbeit des Immunsystems enorm. Um eine starke Abwehr aufzubauen und dauerhaft zu erhalten, ist es unerlässlich, mögliche Stressfaktoren im Alltag zu erkennen. Finden Sie Wege, diese zu eliminieren oder auszugleichen. Meditationspraxis senkt nachweislich das Stressniveau und fördert dadurch die Immunabwehr, wie eine Studie der Universität Wien herausfand. Aber auch Akupunktur sollte bei Überlastungssymptomen nicht außer Acht gelassen werden, wie bereits seit 2002 von der WHO empfohlen wird. Egal ob meditative Entspannungsübungen, ein warmes Bad oder ein entspannter Abend mit Freunden – jede Person findet in anderen Situationen am besten zur Ruhe. 

5. Bewegung an der frischen Luft

Bewegung stärkt das Immunsystem. Findet die Bewegung an der frischen Luft statt, hat diese sogar noch weitere Benefits für die Abwehrkräfte. Outdoor-Sport aktiviert die Körperzellen und kurbelt die Durchblutung an – der Körper fährt auf Hochtouren und die Zahl der natürlichen Abwehrzellen steigt. „Zudem wird auch die Anzahl der B-Lymphozyten, die für die Produktion von Antikörpern verantwortlich sind, durch Bewegung erhöht“, wie Sportmediziner Dr. Robert Fritz erklärt. Drei bis fünf Mal pro Woche eine halbe Stunde bis Stunde Ausdauertraining ist laut Experten eine gute Möglichkeit aktiv die Abwehrkräfte zu stärken.

Training im Freien ist außerdem wichtig für die Bildung von Vitamin D. Da die Immunzellen über Vitamin-D-Rezeptoren verfügen, wie Vitamin-D-Forscher Prof. Holick 2007 herausfand, sind sie auf das Hormon angewiesen. Es wird durch die Strahlung der Sonne in der Haut gebildet und kann nur schwer in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden. In unseren Breitengraden ist die Sonnenstrahlung allerdings nur von April bis September stark genug um Vitamin D im Körper zu produzieren. Eine Substitution ist daher empfehlenswert. 

6. Heilkräuter zur Stärkung der Abwehr

Wenn das Qi gleichmäßig im Körper fließt, ist dieser auch in Balance. Ist dieses Gleichgewicht gestört, äußert sich das unter anderem in einer Schwächung des Immunsystems. Heilkräuter können dabei helfen, die Unausgeglichenheit wieder zu harmonisieren. Der Sonnenhut ist eine bewährte und gut erforschte Heilpflanze. Besonders zur Stärkung der Abwehrkräfte ist Echinacea hilfreich. Das Besondere am Sonnenhut ist seine immunsteigernde Wirkung, weswegen er in der Naturmedizin auch schon sehr lange eingesetzt wird", sagt der österreichische Homöopath Prof. Dr. Frass. Ideal ist es, Echinacea beziehungsweise Echinacin im Frühling und im Herbst einzunehmen.

Aber auch Heilpflanzen wie Hagebutten und Lindenblüten können zu einem gesunden und starken Immunsystem beitragen. Ein Tee aus diesen Pflanzen beeinflusst nicht nur die Abwehr positiv, sondern wirkt zugleich schleimlösend und ist somit ein gutes Hausmittel bei Erkältungsymptomen.

7. Küssen

Last but not least, die wohl netteste Methode zur Stärkung der Abwehrkräfte: das Küssen. „Wenn beim Küssen die Keime der anderen Person mit dem Speichel übertragen werden, dann ist das wie eine Schluckimpfung", erklärt Werner Solbach, Professor für medizinische Mikrobiologie in Lübeck. Immerhin werden bei einem Kuss rund 250 unterschiedliche Bakterienstämme ausgetauscht und laut Mikrobiologen Remco Kort bei einem intensiven Zungenkuss sogar rund 80 Millionen Bakterien übertragen. Diese fremden Eindringlinge stimulieren insofern das Immunsystem, da es sich mit den neuen Keimen auseinandersetzen muss. Folglich schickt der Körper Abwehrzellen in den Blutkreislauf, welche die vermeintliche Bedrohung bekämpfen sollen. Je mehr unterschiedliche Erreger dem Immunsystem bekannt sind, desto aktiver arbeitet es. 

Gesunder Lifestyle fördert starke Abwehr

Für die Stärkung der Abwehrkräfte muss der Mensch als Ganzes gesehen werden. Das Immunsystem hilft dem Menschen – im Gegenzug kann er ihm auch ein bisschen helfen. Wie Sie bestimmt bemerkt haben, greifen alle genannten Methoden ineinander: Sport entspannt und verhilft zu tiefem Schlaf, bewusste Ernährung fördert eine gesunde Darmflora und diese wiederum ermöglicht eine bessere Leistungsfähigkeit. Küssen wirkt übrigens auch stressregulierend und erhöht den Blutdruck, ähnlich wie Sport. Der Kreis schließt sich. Grundsätzlich ist daher zu sagen, dass sich ein gesunder Lifestyle nicht nur positiv auf die Psyche auswirkt, sondern auch auf die eigenen Abwehrkräfte – ausgewogene Ernährung, genügend Schlaf und regelmäßige Bewegung sind die Grundpfeiler dafür. Zudem ist es wichtig, das Stresslevel niedrig zu halten. Schauen Sie auf sich, Ihr Körper wird es Ihnen danken!


Quellen: 


Artikeleckdaten: 

  • Erstellung am: 19.8.2021

  • letztes Update: 8.9.2021

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