Weihrauch als Heilmittel? Flasche mit Weihrauch und daneben Weihrauchharz
10.01.2022

Weihrauch als Heilmittel?

Text: Ursula Holzinger

Weihrauch wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Besonders hinsichtlich Entzündungen soll er positive Eigenschaften entfalten. Wird er seinem Ruf als Heilmittel gerecht?

Welche Erinnerungen kommen bei Ihnen hoch, wenn Sie an den Geruch von Weihrauch denken? Kirchliche Zeremonien? Ausräucherungen? Generell Wohlwollen oder ein Naserümpfen? Ganz gleich welcher Art sie auch sein mögen, dass zwischen Geruchssinn, Düften, Gedächtnis und Emotionen ein Zusammenhang besteht, darauf sind wir an dieser Stelle näher eingegangen. Die Aromatherapie macht sich das zunutze und hält viele nützliche Tools – oder besser Gerüche – für uns parat, die bei gesundheitlichen Themen unterstützend wirken. Wie ist das aber mit dem Weihrauch zum Einnehmen?

Weihrauch: Ein altbekanntes Naturheilmittel

Weihrauch ist ein luftgetrocknetes Gummiharz, das von verschiedenen Boswellia-Arten gewonnen wird. Boswellia wiederum ist eine Pflanzengattung von Balsambaumgewächsen, die in Trockengebieten im Osten von Afrika, in Indien und Arabien vorkommt. Sie zählt zur Pflanzenheilkunde und wird dort als Phytotherapeutikum zur Verbesserung von gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt.

Bereits im alten Ägypten und in der alten indischen Heilkunst Ayurveda  war die positive Wirkung von Weihrauch bekannt. Er wurde für seine desinfizierende, schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung geschätzt. Das Ausräuchern zu Vollmond ist eine auch heute noch beliebte Praxis von Naturheilkundeliebhabern, um die eigenen vier Wände energetisch zu reinigen. Besonders intensiv wirken Heilpflanzen übrigens, wenn sie zu Vollmond geerntet werden. Das wusste schon die Universalgelehrte Hildegard von Bingen, die um 1100 lebte.

Die heilsame Wirkung des Weihrauchs als Gegenstand aktueller Forschungen

Neue Forschungen rund um den Wissenschaftler Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena belegen, dass der Inhaltsstoff des Weihrauchharzes tatsächlich einen gesundheitlich relevanten Effekt aufweist. „Die Boswelliasäure verwandelt ein körpereigenes Protein, das normalerweise Entzündungen fördert, in eine Version mit hemmender Wirkung. In der Substanz steckt somit Potenzial für die Entwicklung von entzündungshemmenden Arzneimitteln“, werden die Erkenntnisse der Forscher in einem Artikel von wissenschaft.de zusammengefasst. Konkret programmiere der Weihrauchinhaltsstoff das Entzündungsenzym zu einem entzündungsauflösenden Enzym um, was sozuagen ein „Rückschritt“ beziehungsweise eine Hemmung für die Entzündung in weiterer Folge bedeutet.

Afrikanischer Weihrauch wirkt besser

In der Vergangenheit wurde fast ausschließlich der Extrakt des indischen Weihrauchs (Boswellia serrata) verwendet. In Untersuchungen hat sich allerdings gezeigt, dass der afrikanische Weihrauch mitunter eine bis zu zehnmal höhere Wirkung aufweist. Erste positive Erkenntnisse wurden dabei mit dem afrikanischem Weihrauchharz (Boswellia papyrifera) gewonnen. Weiteres Faktum ist aber auch, dass aktuell erst ein Bruchteil der Inhaltsstoffe von afrikanischem Weihrauch bekannt sind und es noch weiterer Forschungsarbeit bedarf, um vollständig zu entschlüsseln, wie und warum Weihrauch positiv auf unsere Gesundheit wirkt.

Spannend ist, dass die Wirksamkeit des gesamten Weihrauchharzes höher ist als von einzelnen Extrakten. Extrakte stellen immer nur Auszüge einer Substanz dar und sind daher weniger wirksam. Das wurde bereits beim Hanf bewiesen und wird in der dortigen Forschung als „Entourage-Effekt“ beschrieben. So ist Hanföl zum Beispiel immer dann am wirksamsten, wenn nicht nur einzelne Bestandteile extrahiert wurden, sondern die gesamte Hanfpflanze berücksichtigt wurde („Vollspektrum“ genannt).

Neben Gattung und Gesamtheit haben auch die Ernährung und Dosierung einen entscheidenden Einfluss auf die Wirksamkeit. In den Forschungen hat sich gezeigt, dass fettreiche Ernährung die Bioverfügbarkeit der Boswelliasäure um das circa Fünffache erhöhen kann.

Obwohl die Indizien dafür sprechen, bei akuten Beschwerden Weihrauch hochdosiert einzunehmen, ist eine konkrete Aussage zur Dosierung derzeit schwierig, da viele unterschiedliche Produkte aus verschiedenen Anbaugebieten und in unterschiedlicher Formulierung (Gesamtweihrauchharz oder Extrakt) am Markt sind.

Weihrauch als starker Helfer

In der Erforschung des Weihrauchs stehen wir erst am Anfang. Noch sind nur wenige Inhaltsstoffe bekannt und auch hinsichtlich der Dosierung gibt es noch Unklarheit. Dennoch kann bereits jetzt festgehalten werden, dass er ein vielversprechendes Potenzial gegenüber Entzündungsherden im Körper besitzt und Weihrauch als Nahrungsergänzung einen wertvollen Beitrag in Therapie und Gesunderhaltung leisten kann. Weiterer Pluspunkt: Die Gewächse der Boswellia-Gattung weisen kaum bis keine Nebenwirkungen auf.

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