Hände, die die Weltkugel halten - plus die Sonne, die zwischen den Händen durch scheint.
24.11.2020

Wie ein Virus unser Leben verändert

Text: Ursula Mitteregger

Wer hätte je gedacht, dass uns ein Virus dazu bringen kann, das Leben von Grund auf zu überdenken und neue Verhaltens- und Lebensweisen zu etablieren? Die Frage ist: Was bleibt davon erhalten? Wichtiger denn je, ist ein starkes Immunsystem. Wir haben die besten Tipps dafür und zeigen, welch wichtige Rolle der Darm dabei spielt.

Keine Frage: Die Gegebenheiten der vergangenen Monate mit einem nicht unmittelbar sichtbaren Virus, dessen Auswirkungen aber horrend sind, hat unser aller Leben total auf den Kopf gestellt. Es hat uns dazu gebracht, unsere komplette bisherige Lebensweise zu reflektieren und von Grund auf neu zu denken. Sei es in Sachen Selbstfürsorge oder unserem Umgang miteinander bis hin zu unserer Art zu leben und zu wirtschaften. Es hat sich zum Beispiel gezeigt, wie wichtig Regionalität in der Herstellung von Produkten ist, um Lieferketten aufrecht zu erhalten und auch in Krisenzeiten weiter produzieren zu können. Auch haben wir gelernt unsere digitalen Möglichkeiten viel mehr auszuschöpfen. Das hat uns örtlich die notwendige Distanz gebracht, um physisch Abstand halten zu können. Jedoch hat es uns auch eine neue soziale Nähe ermöglicht – nämlich über digitale Kanäle trotzdem beisammen zu sein.

Nicht zuletzt hat das Auftreten des Coronavirus auch unser Verhalten in Sachen Hygiene maßgeblich beeinflusst. Denn wir haben wohl noch nie zuvor so oft und gründlich unsere Hände gewaschen beziehungsweise desinfiziert und sind anderen Menschen bewusst körperlich distanziert begegnet. Alles, um unsere eigene und die Gesundheit unserer Mitmenschen zu unterstützen. Mit dem Zeitpunkt der Lockerungen sind diese neuen Tugenden den alten Verhaltensweisen zwar wieder um ein Stück gewichen. Doch ganz gleich, ob nun noch ein weiterer Lockdown kommen wird oder nicht, in unseren Köpfen ist definitiv schon längst etwas passiert: Es hat ein Umdenken hin zu einem achtsameren Miteinander stattgefunden, was uns in einem gewissen Ausmaß wohl auch in Zukunft begleiten wird. Etwa dann, wenn es darum geht, für ein geschäftliches Meeting nicht den Kurzstreckenflug in Anspruch zu nehmen, sondern Zeit und Geld zu sparen und das Treffen online wahrzunehmen. Eine neue Effizienz im beruflichen Alltag, die auch der Umwelt zugute kommt.

Gesundheit: Renaissance unseres höchsten Guts

Es liegt wohl in der Sache an sich, dass unser Gesundheitsbewusstsein durch das Aufkommen vom Coronavirus besonders stark beeinflusst wurde. Gesund zu sein ist uns wichtiger denn je. Es scheint, als hätte uns die Natur einen Spiegel vorgehalten und gezeigt, dass wir bei uns selbst anfangen müssen, um ein gesundes Miteinander und schlussendlich auch ein nachhaltig gesundes Leben auf der Erde zu ermöglichen. Doch wo anfangen, wenn es darum geht, unsere Gesundheit von Grund auf zu verbessern?

Ein starkes Immunsystem ist Quelle vollkommener Gesundheit

Alle Gesundheit beginnt bei unserem Immunsystem – und das hat seinen Sitz (vor allem) in unserem Darm. Denn 70 bis 80 Prozent der Zellen unseres Immunsystems sind im Darm zu finden. Obendrein ist dieser mit einer Gesamtlänge von fünf bis siebeneinhalb Metern unser größtes inneres Organ. Es ist also deutlich, dass der Darm eine zentrale Rolle dabei spielt, wenn es darum geht, unsere Gesundheit aufrecht zu erhalten.

Zuständig dafür sind rund 100 Billionen verschiedener Organismen wie Bakterien, Viren und Pilze, die unseren Darm besiedeln. Sie werden unter dem Begriff „Darmflora“ oder „Mikrobiom“ zusammengefasst und verhindern, dass Krankheitserreger in unseren Körper eindringen und sich ausbreiten können. Eine Stärkung dieser natürlichen „Darmbarriere“ ist also essenziell, wenn es darum geht, gesund zu bleiben.

Mikroorganismen im Darm unterstützen die körpereigene Immunabwehr.
Mikroorganismen im Darm unterstützen die körpereigene Immunabwehr.

So einfach können Sie Ihr Immunsystem stärken

Mit diesen Tipps können Sie Ihren Darm maßgeblich dabei unterstützen, ein starkes Immunsystem aufzubauen:

Tipp 1: Ernähren Sie sich gesund

Dieser Tipp ist wenig überraschend, denn heute wissen wir wohl besser als je zuvor, wie ausschlaggebend unsere Ernährung für unsere Gesundheit ist. Nicht umsonst heißt es „Du bist, was du isst“. Achten Sie also bei Ihrer Ernährung darauf, auf regionale, saisonale und biologische Produkte zurückzugreifen. Sie enthalten nicht nur nachweislich mehr Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, sondern schonen auch die Umwelt.[1][2]

Vitamin D: Das Allheilmittel unserer Zeit?

Vitamin D hat nicht nur im Rahmen des Knochenstoffwechsels eine bedeutende Rolle, sondern beeinflusst auch stark die Abwehrreaktion des Immunsystems. Es unterstützt die Arbeit verschiedener Immunzellen, kann Bakterien und Pilze vernichten sowie die Produktion entzündungsfördernder Botenstoffe hemmen. Gleichzeitig fördert das Vitamin auch die Produktion entzündungshemmender Zytokine. Das sind Proteine, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren. Außerdem hat sich gezeigt, dass sich Vitamin D auch auf die Abwehr von Coronaviren unterstützend auswirken kann. Jüngst kursieren Meldungen, die eine Vitamin-D-Supplementation propagieren, da ein niedriger Vitamin-D-Spiegel angeblich einen schweren Verlauf mit COVID-19 begünstigen soll.

Bei Infektionen mit dem Coronavirus ist es so, dass vor allem außer Kontrolle geratene Entzündungsprozesse ausschlaggebend für einen lebensbedrohlichen Verlauf sein können. In manchen Fällen überreagiert das Immunsystem und setzt Zytokine im Übermaß frei, die Entzündungen fördern. Ein vorliegender Vitamin-D-Mangel könnte eine derart übermäßige Immunreaktion begünstigen.

Prof. Hans-Konrad Biesalski der Universität Hohenheim, der mit seinem Team 30 Untersuchungen ausgewertet hat, die den Zusammenhang zwischen Vitamin D und Covid-19-Verläufen beleuchten, betont jedoch, dass Vitamin D kein Wirkstoff sei, mit dem man Erkrankungen mit dem Coronavirus heilen könne. Doch könne es positiv auf den Krankheitsverlauf einwirken, indem es dem Organismus dabei unterstütze, das Gleichgewicht zwischen den pro- und anti-entzündlichen Prozessen wiederherzustellen.[3​] Ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, sollte immer im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung festgestellt werden. Von willkürlichen Supplementationen wird dringend abgeraten. Auch wir empfehlen Ihnen, viel mehr – wie oben erwähnt – auf eine gesunde Ernährungsweise zu achten, damit Sie ausreichend mit Vitaminen versorgt sind. Achten Sie auch darauf, sich täglich ein bisschen im Freien aufzuhalten. So kurbeln Sie die körpereigene Vitamin-D-Produktion an. Verbinden Sie Ihren Aufenthalt im Freien doch mit einem Spaziergang oder einer Sporteinheit, denn auch das wirkt sich positiv auf Ihr Immunsystem aus. Was uns zu unserem zweiten Tipp bringt.

Tipp 2: Bewegen Sie sich regelmäßig

Dass körperliche Bewegung wichtig für die Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele ist, ist zwar nichts Neues. Jedoch siegt bei vielen Menschen viel zu oft die Bequemlichkeit, wenn es darum geht, Sport zu betreiben. Unser Tipp daher: Beginnen Sie im Kleinen und integrieren Sie erstmal mehr Bewegung in Ihren Alltag. Es muss nicht immer gleich eine schweißtreibende Sporteinheit sein. Nehmen Sie zum Beispiel immer die Treppe anstatt des Aufzugs, gehen Sie eine Station zu Fuß oder drehen Sie in der Mittagspause eine Runde um den Block – auch im Home-Office. Denn: Jeder Schritt zählt! Nicht nur, dass sich die vermehrte Bewegung positiv auf Ihr Körpergewicht auswirkt, sie regt auch Ihre Verdauung an und fördert somit Ihre Darmgesundheit. Außerdem macht Sie die vermehrte Bewegung zunehmend fitter, was auch die Lust auf die eine oder andere Sporteinheit fördert.

Tipp 3: Gönnen Sie sich Entspannung

Ein japanisches Sprichtwort besagt: „Wenn du es eilig hast, gehe langsam. Wenn du es noch eiliger hast, mach einen Umweg.“ Es klingt paradox, doch wenn die Zeit wieder mal knapp ist und die Termine sich überschlagen, treten Sie bewusst einen Schritt zurück und machen Sie langsam. Mit einer ruhigen Grundstimmung werden Sie letztlich effizienter arbeiten und bessere Ergebnisse erzielen. Der international erfolgreiche Sachbuchautor und Zeitmanagement-Experte Lothar M. Seiwert hat sogar eines seiner Bücher nach diesem Sprichwort benannt. Darin zeigt er anhand von vier Schritten, wie wir die Fülle unseres Alltags besser meistern und unser Leben aktiv gestalten können.

Der Schlüssel, um sich im hektischen Alltag schnell wieder mit sich selbst zu verbinden und zur Ruhe zu kommen, ist die Atmung. Schließen Sie Ihre Augen und atmen Sie zumindest fünf Mal tief ein und aus. Achten Sie dabei darauf, dass Ihre Ausatmung länger ist als Ihre Einatmung. So kommen Sie schnell zurück in Ihre Mitte und Iht Kopf wird wieder klar. Damit reduzieren Sie nachhaltig Ihr Stresslevel – und das wirkt sich wiederum positiv auf Ihre Verdauung und Darmgesundheit aus. Ein wundersamer Kreislauf – nutzen Sie ihn und bleiben Sie gesund!

Wissenwertes für Sie

Schlank durch hormonelles Gleichgewicht

Um abzunehmen gibt es viele Methoden. Viele davon sind äußerst fragwürdig und oft nur auf kurzfristigen Erfolg ausgerichtet. Die langfristigen Folgen bleiben unbedacht. Wir setzen bei der Basis an und starten beim hormonellen Gleichgewicht und zeigen, welchen Einfluss Hormone auf unser Gewicht haben und wie wichtig ein ausgeglichenes Hormonsystem für einen gesunden Stoffwechsel ist.

Wo entsteht Durchfall eigentlich?

Jeder von uns hatte sicher schon einmal Verdauungsprobleme, wie Durchfall, Übelkeit oder Verstopfung. Durchfall, Übelkeit & Co. sind zwar kein sehr schönes Thema, aber das Verdauungssystem zu verstehen ist enorm wichtig.