Wissenswertes über die Bauchspeicheldrüse, 5 Fakten zum Pankreas, Verdauungsorgan erklärt
31.08.2021

Wissenswertes über die Bauchspeicheldrüse

Text: Beatrix Treml

Wird über Verdauungsorgane gesprochen, denken Sie bestimmt zuerst an Magen und Darm. Die Bauchspeicheldrüse wird meist außer Acht gelassen. Dabei trägt sie einen wichtigen Teil zur Gesundheit bei - lesen Sie jetzt unsere fünf Fakten über das Pankreas.

Sie ist geformt wie eine Banane, liebt Kürbis, Bitterstoffe und lange Spaziergänge – was ist das? Die Rede ist von der Bauchspeicheldrüse. Das Pankreas ist ein wichtiges Verdauungsorgan und hält den menschlichen Körper gesund. Und dennoch wissen wir so wenig darüber. Das soll sich jetzt ändern. YOLO hat fünf wissenswerte Fakten über die Bauchspeicheldrüse für Sie zusammengefasst. 

Pankreas – kurz erklärt

Die Bauchspeicheldrüse liegt in der Bauchhöhle in der Nähe der Lendenwirbelsäule und grenzt an Magen, Leber, Milz und den Zwölffingerdarm. Sie ist in etwa zwölf Zentimeter lang und an der breitesten Stelle um die vier Zentimeter dick. Im Durchschnitt wiegt die Drüse 100 Gramm.

Das Pankreas, wie die medizinische Fachbezeichnung lautet, ist ähnlich geformt wie eine Banane und besteht aus drei Abschnitten - dem Kopf, Caput Pancreatici, dem Körper, Corpus Pancreatici, und dem Schwanz, Cauda pancreatici. Letzterer stößt auf der linken Bauchseite auf die Milz. Durch einen Gang ist das Organ mit dem Zwölffingerdarm verbunden.

Die Bauchspeicheldrüse sieht auf den ersten Blick wie eine Einheit aus, das täuscht allerdings. Jede ihrer Zellen hat ganz unterschiedliche Aufgaben und Funktionen. Das Pankreas ist für Zuckerstoffwechsel, Verdauung und den Schutz gegen Magensäure essentiell.

5 interessante Fakten zur Bauchspeicheldrüse

1. Namensgebung

Prankreas stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den beiden Worten „pan“, zu deutsch alles und „kreas“Fleisch, zusammen. Diese Bezeichnung wurde von 460 vor Christus vom griechischen Arzt Hippokrates verwendet. Den deutschen Ausdruck Bauchspeicheldrüse prägte 1796 der deutsche Mediziner Samuel Thomas Soemmering.

2. Die Aufgaben der Bauchspeicheldüse

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei Funktionen, eine exokrine und eine endokrine. Exokrin – nach außen – gibt sie einen Verdauungssaft in den Verdauungstrakt beziehungsweise in den Zwölffingerdarm ab. Die endokrine – nach innen – Funktion ist die Hormonausschüttung ins Blut. Es handelt sich um Insulin und Glukagon, die den Zuckergehalt im Blut regeln.

Die Hormone werden innerhalb winziger, kugelförmiger Gruppen aus Bauchspeicheldrüsengewebe produziert. Während Insulin den Blutzuckerspiegel senkt, hebt Glukagon diesen an. Störungen der Insulin produzierenden Zellen können zur Zuckerkrankheit Diabetes Mellitus führen.

3. Zwei Liter Verdauungssaft

Die exokrinen Drüsenzellen der Bauchspeicheldrüse produzieren täglich bis zu zwei Liter Verdauungssaft. Dieser besteht zum Großteil aus Wasser und enthält Natriumkarbonat, Salz und Verdauungsenzyme. Das leicht alkalische Sekret neutralisiert die Magensäure und bereitet die Nahrung für die Verdauung vor. Es werden über zwanzig verschiedene Verdauungsenzyme produziert, mit der Aufgabe die Nahrung in kleinste Teile zu zerlegen.

Zu den enthaltenen Enzymen im Verdauungssaft gehören Lipasen, welche für die Fettverdauung verantwortlich sind, Amylasen, für den Abbau von Kohlenhydraten und Proteasen, deren Aufgabe die Aufspaltung von Eiweiß ist. Diese Enzyme machen die aufgenommenen Nährstoffe für den Organismus verwertbar. Die gespaltenen Moleküle und Teilchen sind so klein, dass sie anschließend von der Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen werden können. Der produzierte Verdauungssaft wird an den Zwölffingerdarm abgegeben und erst im Dünndarm aktiviert, da sich die Bauchspeicheldrüse sonst mehr oder weniger selbst verdauen würde.

4. Bitterstoffe, ja bitte!

Bitterstoffe regen die Bauchspeicheldrüse an. Sobald Gaumen oder Zunge diese wahrnehmen, schütten Bauchspeicheldrüse, Magen und Galle ihre Verdauungssäfte aus – zeitgleich gerät die Verdauung in Schwung. Aus diesem Grund werden seit langer Zeit vor oder nach dem Essen ein Aperitif beziehungsweise ein Digestif serviert. Aber auch ein Espresso nach der Mahlzeit liefert Bitterstoffe und aktiviert die Darmtätigkeit. Rucola, Artischocken oder auch Gewürze wie Anis und Fenchel sind natürliche Quellen für Bitterstoffe.

5. Kürbis als Superfood für die Bauchspeicheldrüse

Kürbis ist ein wahres Superfood für die Bauchspeicheldrüse. Die enthaltenen Vitalstoffe - allen voran die Carotinoide im Fruchfleisch - tun dem Pankreas gut. Hinzu kommen die verdauungsfördernden Enzyme im Kürbis. Die Bauchspeicheldrüse muss nach dem Verzehr von Kürbis nicht mehr so viele Lipasen (fettspaltende Enzyme) bereitstellen. Eine Studie der East China Normal University kam sogar zu dem Ergebnis, dass Kürbisse die Erneuerung von geschädigten Bauchspeicheldrüsenzellen anregen. Nicht zuletzt verbessert Kübriskonzentrat die Glukosetoleranz und die Insulinresistenz und wirkt somit Vorstufen von Diabetes entgegen.

Was können wir tun, um das Pankreas gesund zu halten?

Ohne Bauchspeicheldrüse geht nichts und dennoch wissen die wenigsten über deren wichtige Funktionen Bescheid. Was können Sie aber tun, um das Organ gesund zu halten und was sollten Sie besser meiden?

Das Pankreas schätzt eine ausgewogene, gesunde Ernährung und tägliche Bewegung. Allein damit können 58 Prozent der Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen vermieden werden. Regelmäßiger Alkoholkonsum ist ein wesentlicher Risiko-Faktor für eine Erkrankung des Pankreas, wie internationale Experten der WHO betonen. Auch fetthaltige Speisen stören die Funktion und können auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen führen. Durch den übermäßigen Verzehr werden die Enzyme, welche für die Fettspaltung zuständig sind, überfordert.

Sollten Sie beim Essen doch einmal über die Stränge geschlagen haben und ein Druckgefühl im Bauchraum verspüren, hilft eine Kräuterteemischung aus Pfefferminz- und Melisseblättern, Fenchelfrüchten und Schafgarbenkraut. Der Tee unterstützt die Bauchspeicheldrüse und regt die Enzymbildung an. Langsames Essen, gutes Kauen und langes Einspeicheln entlastet die Arbeit des Darms und ist ebenfalls förderlich für eine gesunde Bauchspeicheldrüse.

Wer auf seine Bauchspeicheldrüse achtet und einen gesunden Lifestyle pflegt, darf sich über eine intakte Verdauung und bester Gesundheit erfreuen!

Bauchspeicheldrüse und die Psyche

Ganzheitsmediziner Rüdiger Dahlke sieht hinter jedem Krankheitssymptom eine Bedeutung. Es heißt diese zu verstehen und zu deuten um sie dann auch auf psychischer Ebene behandeln zu können. Probleme mit der Bauchspeicheldrüse können demnach auch mit der Psyche in Zusammenhang stehen. Das Pankreas ist das Organ der Selbstliebe. Treten Probleme auf, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sich Betroffene selbst nicht genug sind, sich abgelehnt oder nicht angenommen fühlen. Oft besteht eine subtile, diffuse oder auch direkte Angst vor Verletzungen. Die Verdauungssäfte der Bauchspeicheldrüse entsprechen in ganzheitlicher Sicht dem Gemütszustand des Menschen. Sie können daher nur so viel Liebe enthalten, wie sich der Mensch auch selbst liebt. Und wo keine Selbstliebe ist, ist Zerstörung und als Folge verdaut sich das Pankreas selbst. Eine Lösung dafür ist es, Selbst- und Fremdkritik bewusst einzuschränken und dem Leben vertrauensvoll zu begegnen. „Sie sollten sich über Fremdbestimmung und selbst- und fremdgeschaffene Normen hinwegsetzen und nur dem eigenen höchsten Gesetz verpflichtet leben und sich ausdrücken", so Rüdiger Dahlke in seinem Buch Krankheit als Symbol (C. Bertelsmann Verlag, 1996).

 

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