Kürbis als Superfood: Dunkelhaarige Frau mit rotem Shirt hält einen Hokkaido-Kürbis auf Schulterhöhe
13.09.2021

Superfood Kürbis?

Text: Ursula Holzinger

Herbstzeit ist Kürbiszeit. Weltweit gibt es rund 800 verschiedene Kürbissorten. Zu den bekanntesten und beliebtesten zählt der Hokkaido Kürbis. Ist er wirklich so gesund?

Im Herbst hat der Kürbis Hochsaison. Die wohl größte Beere der Welt – er zählt zur Gattung der Beerenfrüchte – ist einfach zu verarbeiten, nährstoffreich und mild im Geschmack. Kürbisse besitzen eine harte Schale und werden daher auch „Panzerbeeren“ genannt.

Beliebt sind Kürbisse schon lange: Die ältesten datierten Kürbissamen gehen auf 10.000 vor Christus zurück und stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Ende des 15. Jahrhunderts brachten Seefahrer die Panzerbeere nach Europa.

Unterschieden wird zwischen Zier- und Speisekürbissen. Während Zierkürbisse „nur“ schön aussehen und nicht zum Verzehr geeignet sind, lassen sich Speisekürbisse zu leckeren Gerichten und als schmackhafte Zutat für Salate oder andere Beilagen verwenden. Am beliebtesten sind die Sorten Hokkaido, Butternuss, Muskat, Sweet Dumpling, Atlantic Giant sowie der Spagetti- und Turbankürbis. Mehr über die beliebtesten Küchen-Kürbisse erfahre Sie hier.

Unterschieden werden Kürbisse auch nach der Jahreszeit und je nachdem, ob sie im Sommer oder Winter reif sind. Zu den Sommerkürbissen zählen sowohl die Zucchini als auch weniger populäre Sorten wie Pattison, Spagetthikürbis und Rondini. Im Vergleich zu den Winterkürbissen haben sie eine weniger harte Schale, was sie in Relation betrachtet weniger lang haltbar macht. Beliebte Winterkürbisse sind Hokkaido, Turban, Hubbards oder Show King. Winterkürbisse halten sich deutlich länger und können je nach Sorte zwischen zwei und zwölf Monaten (Moschus-Kürbisse) gelagert werden. Entscheidend dafür ist, dass die „Panzerbeeren“ vor der Ernte vollständig ausgereift sind. Ob ein Kürbis reif ist, erkennt man anhand eines einfachen Klopftests. Klingt der Kürbis hohl, ist er ausgereift. Auch an der Schale lässt sich der Reifegrad erkennen. Sie sollte leichtem Fingerdruck gut standhalten können.

Botanisch gesehen zählt der Kürbis zum Obst, da er sich aus den bestäubten Blüten der Pflanze entwickelt. Er wird jedoch nur einjährig kultiviert, wodurch er auch dem Gemüse zugeordnet wird. Genau genommen handelt es sich beim Kürbis also um ein Fruchtgemüse, eine Mischform von Obst und Gemüse.

Hokkaido: Der vitaminreiche Klassiker

Der Hokkaidokürbis ist wohl der bekannteste Kürbis der Herbstsaison, denn er wird gerne zum Ausschnitzen für Dekoration zu Halloween verwendet. Er ist nach seiner Heimat, der japanischen Insel Hokkaido, benannt und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Reiskürbis gezüchtet. Dieser wiederum wurde von amerikanischen Agrarexperten im Jahr 1887 auf die Insel gebracht. In der deutschsprachigen Region wird er seit den 1990er Jahren angebaut. Der Hokkaidokürbis ist leicht zuzubereiten, da seine Schale essbar ist. Er hat ein nussiges Aroma und lässt sich fünf bis sechs Monate lang aufbewahren.

Von seinen Nährstoffen her betrachtet, ist der Hokkaidokürbis ein wahres Superfood. Auf 100 Gramm Fruchtfleisch kommen 30 Milligramm Vitamin C. Mit einer Portion aus 200 Gramm lässt sich somit mehr als die Hälfte des täglichen Vitamin-C-Bedarfs decken. Außerdem enthält er noch viele weitere Vitalstoffe, wie Beta-Carotin, Folsäure, Magnesium und Vitamin B und ist sehr ballaststoffreich. Das Beta-Carotin kann der Körper in Vitamin A umwandeln, das für den Zellschutz wichtig ist und für gesunde Augen, Haut und Haare sorgt.

Tausendsassa Hokkaido-Kürbis

Das Fruchtgemüse Hokkaido lässt sich ganz einfach zu Suppe, Pommes, Ragout, Beilagengemüse oder Marmelade verarbeiten. Die Frucht an sich hat einen dezenten Geschmack, der hervorragend mit Curry, Chili oder Ingwer harmoniert. Aber auch süß lässt er sich mit Honig, Zimt oder Süßwein zubereiten. Die Kerne lassen sich rösten und als Knabberei zwischendurch oder auf Salaten genießen. Sie sind leicht verdaulich und durch ihren hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren sehr gesund.

Kürbisse: einfach und gesund

Das „Fruchtgemüse“ Kürbis ist wahrlich ein Superfood! Reich an Antioxidantien leistet es für gesunde Zellen einen wichtigen Beitrag. Das Beste daran: Kürbis harmoniert mit verschiedenen Gewürzen, lässt sich vielseitig zubereiten und ist aufgrund seines angenehmen Geschmacks sehr beliebt. Vor allem der Hokkaidokürbis ist aufgrund seines hohen Gehalts an Vitamin C und Betacarotin ein Booster fürs Immunsystem. Probieren Sie ihn gleich aus mit unserem leckeren Kürbisrezept. Viel Freude beim Zubereiten – und genießen!

Viele weitere Rezepte passend zur Saison gibt's in unserem Artikel „Mit gesunder Ernährung erfolgreich abnehmen“.

Eines unserer liebsten Kürbis-Rezepte

Herbstlicher Flammkuchen mit Kürbis

Zutaten für 2 Personen:

  • 225 g Mehl (auch Vollkornmehl möglich)
  • 1/2 Packung Germ/Hefe
  • 125 ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Salz und eine Prise Zucker
  • 100 g Créme Fraiche oder Sauerrahm
  • 1 Eigelb
  • verschiedene Kräuter nach Belieben (am besten frisch)
  • Salz und Pfeffer
  • ein Stück Kürbis (Hokkaido oder Blue Ballet)
  • eine rote Zwiebel
  • 1/2 Packung Schafskäse

Zubereitung:

  • Für den Teig alle Zutaten in eine Schüssel geben und vermengen. Anfangs ist der Teig ein wenig klebrig, nach längerem Kneten wird er aber fest und weich.
  • Eine kleine Kugel formen und den Teig abgedeckt für eine halbe Stunde an einem warmen Ort gehen lassen (wenn er circa doppelt so groß ist, ist genug Zeit vergangen).
  • Währenddessen die Créme Fraiche mit dem Eigelb in einer kleinen Schüssel verrühren und die Kräuter dazugeben.
  • Kürbis waschen und in dünne Spalten schneiden.
  • Zwiebel schälen und ebenfalls in dünne Ringe schneiden.
  • Mit reichlich Salz und Pfeffer würzen.
  • Backofen auf 250°C vorheizen.
  • Den Teig in zwei Hälften teilen und auf einem eingeölten Blech oder auf Backpapier ausbreiten. Die Form muss nicht perfekt rund sein, lieber etwas fladenförmig, aber dünn.
  • Die Fladen mit der Sauce bestreichen und mit Kürbis und feinen Zwiebelringen belegen.
  • Zum Schluss den Feta auf den Flammkuchen bröseln.
  • Bei 220°C ca. 15-20 Minuten goldbraun backen.
  • Vor dem Servieren kann der Flammkuchen optional noch mit Rucola und frischer Chili belegt werden.

Wir wünschen guten Appetit!

Viele weitere leckere Kürbisrezepte finden Sie im Foodblog unserer Redakteurin Beatrix Treml auf alykkelife.com.

Der herbstliche Kürbis-Flammkuchen lässt sich mit Hokkaido oder Blue Ballet zubereiten. Foto: Foodblog alykkelife.com
Der herbstliche Kürbis-Flammkuchen lässt sich mit Hokkaido oder Blue Ballet zubereiten. Foto: Foodblog alykkelife.com

Quellen:


Artikeleckdaten:

  • Artikelerstellung: 13.9.2021
  • Update: 22.10.2021

 

Wissenwertes für Sie

Kühlender Effekt von Lebensmitteln

So erfrischend wie ein Sprung in den kalten See, aber wesentlich langanhaltender: Lebensmittel, die von innen kühlen sind im Sommer hoch im Kurs. Was wir bei Hitze essen sollten und wieso kalte Getränke den Körper erwärmen - YOLO hat die Antworten!

Wie falsch erlernte Glaubenssätze
unser Essverhalten versauen

Wie in so vielen anderen Lebensbereichen entwickeln wir im Laufe unseres Lebens auch was das Essen anbelangt bestimmte Verhaltensweisen, die nicht unbedingt gesund sind. Diese Glaubenssätze umzukrempeln ist zwar nicht einfach, aber durchaus möglich. Wir gehen den Fragen nach, was Glaubenssätze eigentlich sind und wie wir falsche in Bezug auf die Ernährung wieder loswerden können.