Junge Frau spritzt sich Wasser ins Gesicht und lächelt dabei.
25.03.2021

Detox für die Haut:
Wie Sie Ihre Haut optimal entgiften

Text: Verena Radlinger

Entschlacken, entgiften oder detoxen – ganz gleich wie Sie es auch nennen, es ist für den gesamten Körper eine Wohltat, insbesondere für die Haut. Nicht nur äußerlich lohnt sich dabei eine nähere Betrachtung und Behandlung, sondern auch die Innenschau ist wichtig. Denn auch die Psyche spielt für eine gesunde Haut eine bedeutende Rolle.

Es gibt zwar keine offizielle Definition für das Wort Detox, aber den Körper von unerwünschten und ungesunden Substanzen zu befreien kann das Wohlbefinden und die allgemeine Gesundheit tatsächlich stärken. Detox kommt vom lateinischen Detoxifikation, bedeutet „Entgiftung“ und ist keine Erfindung der Jetztzeit. Schon Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung gab es die ersten Fasten- und Schwitzkuren zum Entschlacken, gefolgt von diversen Fitnesstrends und unzähligen Ernährungsdiäten. Prinzipiell geht es beim „Detoxen“ darum, dass Ihr Körper entschlackt, entgiftet und (fast) alles wieder „auf Null“ setzen kann. Es ist der Versuch Ihren Organismus von allen Schadstoffen zu befreien und dabei den natürlichen Entgiftungsprozess zu optimieren. Denn unsere Haut als äußere Hülle ist nicht nur eine Schutzbarriere, sondern auch ein Austauschorgan und nimmt die „guten“ Stoffe auf.

Wer sich heutzutage gegen frühzeitige Hautalterung, morgendliche Müdigkeit und beanspruchte Haut wehren möchte oder Ernährung, Fitness und Hautpflege ganzheitlich betreibt, findet immer häufiger den Weg oder den Hinweis zu Detox für die Haut und auch zu „Detox-Kosmetik“. Dieser Trend kommt, wie sollte es anders sein, aus den USA und ist längst auch bei uns angekommen. Von Saft-Diäten mit grünem Gemüsebrei im Glas, bis hin zur Kräutertee-Kur ist das Angebot riesig. Die Produkte versprechen intensive Reinigung, sollen überflüssige Pfunde purzeln und uns von innen heraus strahlen lassen. Häufig machen sie aber lediglich das Portemonnaie schlanker und haben keine positive und vor allem keine langfristige Wirkung.

Warum eigentlich die Haut entgiften?

Mehr als 3.000 Substanzen belasten täglich unsere Haut und unseren Körper. Abgase und Pestizide, Sonneneinstrahlung und sogar Schadstoffe aus unserer Kleidung oder vom eigenen zu Hause von Möbeln oder Wänden gelangen auf unsere Haut. Zusätzlich können Alkohol und Rauchen, aber auch Stress und Bewegungsmangel den Hautzustand und unser Wohlbefinden einschränken. Wir betrachten die Haut meistens nur als Organ, dass wir pflegen sollten, damit sie straff und schön bleibt. Dabei vergessen wir aber oft den Effekt einer strahlenden Haut auf unsere Gesundheit. In unserer brandneuen Printausgabe lesen Sie übrigens warum wir den natürlichen Besonderheiten unseres Körpers wieder mehr Beachtung schenken sollten.

Natürlich wird das Hautbild primär durch unsere Lebensweise und die Ernährung beeinflusst. Auslösefaktor für unreine oder fahle Haut sind aber meistens andere Ursachen, wie zum Beispiel der Hormonhaushalt. Von außen ist der häufigste Auslöser für Akne und Co. zu viel Sonneneinstrahlung. Es können aber auch emotionale Traumata oder energetische Einflüsse dahinter stecken. Denn die Haut fungiert auch auf diesen Ebenen als Abgrenzungsorgan zu unserer Umwelt beziehungsweise zeigen sich dann genau auf Ebene der Haut Themen, die in Zusammenhang mit Abgrenzung stehen. Diese internen und externen Gegebenheiten greifen wie Zahnräder ineinander und beeinflussen allesamt die Gesundheit unserer Haut.

Psychische Themen lösen und die Haut erstrahlen lassen

Nicht umsonst wird die Haut im Volksmund oft als „Spiegel der Seele“ bezeichnet. Aber auch viele Redewendungen in Zusammenhang mit der Haut sind uns bekannt:
  • „das geht unter die Haut“ 
  • „das juckt mich nicht“ 
  • „das ist zum Aus-der-Haut-Fahren“ 
  • und viele mehr...
All diese Dinge deuten auf den engen Zusammenhang zwischen Psyche und Körper hin und zeigen: Auch die Psyche spielt für die Hautgesundheit eine wesentliche Rolle. Zum Beispiel können sich auch soziale oder zwischenmenschliche Probleme, die seelisch belastend sind, über die Haut äußern. Fehlt es Ihnen beispielsweise an Durchsetzungskraft oder der Fähigkeit auch mal Nein zu sagen, dann können Sie die Forderungen anderer buchstäblich überrumpeln. Die fehlende Abgrenzung zu den auslösenden Menschen oder Situationen können sich dann auf der Haut widerspiegeln. Deshalb ist Psychohygiene so wichtig und Gespräche mit einem Coach oder Therapeuten, dem Sie vertrauen, können dabei wahre Wunder bewirken und Ihre Haut letztlich wieder zum Strahlen bringen. Manchmal sind uns aber seelische Traumata gar nicht bewusst. Dann kann eine Psychotherapie oder die Begleitung mit einem Lebensberater mit entsprechenden Zusatzausbildungen (zum Beispiel Kinesiologie) die Ursache ans Tageslicht bringen und die Möglichkeit zur Verarbeitung und Bereinigung schaffen. 

Der Mythos vom Entschlacken

Unser Körper verfügt bereits über ein ausgeklügeltes und vor allem natürliches Entgiftungssystem: Über Leber, Nieren, Lunge und das Verdauungssystem wird alles abtransportiert, was für die Körperfunktionen nicht notwendig ist, im Rahmen von Stoffwechselprozessen anfällt und der Körper nicht mehr benötigt. Über die Haut wird lediglich über Schweiß- und Talgdrüsen Sekret an die Oberfläche abgegeben. Mit dem Schweiß der Haut scheidet der Körper unter anderem Giftstoffe aus. Neben Wasser, Salz und Stoffwechsel-Endprodukten kann er sogar Schwermetalle, wie etwa Quecksilber, aus dem Körper leiten. Aufgrund dieser bemerkenswerten Ausleitungsfunktion wird die Haut manchmal auch als „dritte Niere“ bezeichnet.

Die sogenannten „Schlacken“, also Rückstände, die sich im Körper und auch in der Haut anlagern sollen, gibt es nicht – da sind sich Medizin und Forschung einig. Bei einer normalen Körperfunktion werden alle unnötigen Stoffe automatisch abtransportiert. Bei der Haut ist es aber nur bedingt möglich, dass sich Stoffe ablagern, weil sie nicht nur ein reines Ausscheidungs-, sondern viel mehr ein Austauschorgan ist, das sich dazu noch stetig erneuert. Hier gibt's noch mehr zu den unglaublichen Fähigkeiten unserer Haut.

Nachhaltiges Entgiften der Haut 

Ernährung und mentaler Zustand sind essenziell, wenn Sie über eine Detox-Kur über die Haut nachdenken. Denn während sich das, was Sie essen, unmittelbar auf Ihrem Hautbild widerspiegelt, ist der Geist oft schwerer zu beruhigen. Stress und Unruhe zeigen sich oft in müder oder fahler Haut. Wer auf Weißbrot, Softgetränke und Junk-Food verzichtet und stattdessen viel grüne, unverarbeitete Nahrungsmittel und ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser zu sich nimmt, bietet seiner Haut wertvolle Unterstützung. Süßigkeiten und andere ungesunde Lebensmittel begünstigen stattdessen ungeliebte Hautunreinheiten.

Auch eine ausgeglichene Lebensweise mit Entspannung und Sport unterstützt gesunde Körperfunktionen und fördert langfristig eine gesunde Haut. Verfällt man aber nach einer Zeit wieder in die vorherige und eventuell ungesunde Lebensweise zurück, war das Entgiftungsprogramm wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Daher ist ausreichendes Wassertrinken beim Entgiften das A und O. Denn wenn Sie viel Flüssigkeit aufnehmen, unterstützen Sie den Körper dabei Giftstoffe einfach auszuschwemmen und regen zusätzlich den Stoffwechsel an. Während Sie Entgiften sollten Sie bis zu drei Liter Wasser täglich trinken. Generell ist es sinnvoll den Stoffwechsel anzukurbeln.

Entgiften und Entspannen

Bevor Sie sich mit Saftkuren und Plastik-Wickel quälen, gehen Sie es lieber entspannter an, zum Beispiel mit Algen- oder Basenbädern. Sie regen die Durchblutung an, sorgen für den optimalen pH-Wert der Haut und leiten Ablagerungen aus – und all das, während Sie ganz entspannt in der Wanne liegen. Anschließend rubbeln Sie sich mit Ihrem selbstgemachten Peeling ab und befreien die Haut von abgestorbenen Zellen. Dazu einfach Totes-Meer-Badesalz mit etwas Olivenöl vermengend. Das Öl hat eine heilende Wirkung und zieht die Schadstoffe förmlich aus dem Körper. Das Salz regt die Durchblutung an und kurbelt so die innere Müllabfuhr an.

Um das Detoxen von außen zu unterstützen, ist es hilfreich, auf einige wenige natürliche Pflegemittel zurückzugreifen ohne die Haut dabei zu überfordern. Denn nicht nur beim Make-up, sondern auch bei der Hautpflege gilt: Weniger ist mehr! Ihre Haut ist nämlich ein wahres Wunderwerk und pflegt sich sehr gut selbst. Dafür sollten Sie auf natürliche Inhaltstoffe und eine Hautpflege passend zu Ihrem Hauttyp setzen. Welcher Hauttyp Sie sind und welche Pflege die richtige ist, erfahren Sie in unserem Artikel „Regeneration der Haut“.

Diese Inhaltstoffe entgiften die Haut optimal 

Es gibt zahlreiche Detox-Mittelchen für die verschiedenen Hautpartien, doch viel wichtiger sind die Inhaltstoffe. Denn auch wenn „natürlich“ auf der Packung steht, muss das noch lange nicht so sein. Setzen Sie – am besten nicht nur – bei der Hautpflege auf Produkte mit pflanzlichen Inhaltsstoffen. Hier eignen sich vor allem:

  • Asteriscus Graveolens (Terpene)
  • Moringa-Samen (Zeatin)
  • Goji-Beere (Zeaxanthin)
  • Tigergras (Asiaticosid)
  • Phytoplankton (Omega-3)
  • Yamswurzel (Diosgenin)

Hinter diesen ungewöhnlich klingenden Namen entdeckt man bei genauer Betrachtung vor allem Antioxidantien, Vitamine, Peptide, essentielle Aminosäuren und Spurenelemente. Reine Öle, grüner Tee, weiße Tonerde und Meeresalgen sind weitere pflegende Naturprodukte und helfen der Haut sich zu regenerieren.

YOLO FAZIT: Detox für die Haut macht vor allem langfristig Sinn

Wer eine ausgeglichene Ernährung verfolgt, sich bewegt und auf natürliche Produkte zurückgreift, ist rundum optimal und vor allem auch nachhaltig unterwegs. Neben Ernährung und Sport wirkt sich auch eine individuelle Hautpflege positiv auf das Hautbild und somit die Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Der Grund: Gezielte Wirkstoffe können die Haut bei ihrer Regeneration unterstützen. Aber auch hier gilt: Nicht in kurzen Etappen denken, sondern die Haut kontinuierlich pflegen. Denn Detox für die Haut ist am wirksamsten, wenn es langfristig erfolgt. Um die Hautgesundheit ganzheitlich zu unterstützen, ist aber auch ein Blick auf die Psyche und eventuelle emotionale oder energetische Blockaden notwendig. Gut auf sich selbst, seine individuellen Bedürfnisse und Grenzen zu achten, ist dabei entscheidend.

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