Junge Frau mit Handtuch auf dem Kopf reinigt ihr Gesicht mit einem Wattepad und lächelt dabei.
05.03.2021

Regeneration der Haut:
Bitte einmal Austauschen!

Text: Verena Radlinger

Wie sich unsere Hautzellen erneuern ist einzigartig. Gleichzeitig sichern sie damit unseren Schutz nach außen. Lesen Sie, wie Sie die Regeneration der Haut optimal unterstützen können und worauf es dabei ankommt.

Die meisten unserer Körperzellen teilen sich nach ihrer vollständigen Entwicklung nicht mehr, bei den Hautzellen ist genau das Gegenteil der Fall. Die Zellen unserer Haut können sich ein Leben lang teilen und damit wird die Haut immer neu aufgestellt beziehungsweise regeneriert. Durchschnittlich dauert der Hauterneuerungsprozess 28 Tage. Mit zunehmendem Alter verlangsamt er sich jedoch und die Haut enthält weniger Feuchtigkeit.

Der Zellerneuerungsprozess ist auch der Grund warum die Haut täglich bis zu 14 Gramm toter Hornzellen abstößt. Durch die ständige Entwicklung der Basalzellen werden die darüberliegenden Zellen weiter nach oben geschoben, wo sie immer mehr austrocknen, verhornen und die oberste Hornschicht der Haut bilden. Hier erfahren Sie noch mehr zum Aufbau unserer Haut und wie Naturkosmetik die Haut entspannt.

Die Haut mag’s sauer

Für die Haut ist ein saurer pH-Wert im sauren Bereich besonders günstig. Je nach Hautschicht liegt er zwischen 5 und 6,5, also im leicht sauren Bereich. Daher wird er auch oft als hautneutral oder hautfreundlich bezeichnet. Zu viel Säure macht die Haut aber trocken, gespannt und verhindert die optimale Aufnahme von Nährstoffen. Zu viele Basen machen die Haut wieder ölig und sie wird anfälliger für das Eindringen von Bakterien und anderen Schadstoffen. Deswegen ist es wichtig, dass Sie bei der Wahl Ihrer Hautpflegeprodukte auf den pH-Wert und Ihren eigenen Hauttyp achten. Denn dieser beeinflusst auch welche Hautpflege ihrer Haut bei der Regeneration und Erhaltung ihrer Funktionen am besten unterstützt:

  • Normale Haut braucht "nur" eine tägliche sanfte Reinigung, eventuell ein belebendes Gesichtswasser, eine milde Feuchtigkeitspflege, nur ab und zu ein Peeling oder eine Gesichtspflege. Eine übermäßige und zu reichhaltige Pflege sind kontraproduktiv.

  • Fettige Haut sollte mit einem nicht rückfettenden Reinigungsgel gereinigt werden. Außerdem sollten Sie ein Gesichtswasser mit entzündungshemmenden und antibakteriellen Zusätzen wählen, um das überschüssige Fett zu entfernen. Keine Fettcreme auf fettige Haut! Empfehlenswert ist alle zwei bis drei Tage die Haut zu peelen und alle ein bis zwei Wochen eine Reinigungsmaske zu machen.

  • Trockene Haut braucht eine sanfte Reinigungsmilch und am besten ein Duschgel mit Öl-Anteil wählen. Täglich mit fettreichen und feuchtigkeitsspendenden Cremen oder Lotionen versorgen sowie nur milde, beruhigende und hypoallergene Produkte ohne Duftstoffe verwenden. Seien Sie behutsam zu empfindlicher Haut.

  • Mischhaut ist ein sehr häufiger Hauttyp und braucht eine Mischung der schon genannten Pflegetipps. Die trockenen Hautstellen mit Fett und Feuchtigkeit versorgen, die fettigen Stellen sollten ausgespart werden und eigens gepflegt werden.

Was jede Haut zur Regeneration braucht​

Feuchtigkeit

Die Nummer 1 ist definitiv die gute Versorgung mit Flüssigkeit beziehungsweise Feuchtigkeit. Denn zur Regeneration brauchen die Zellen Wasser, dazu gehört aber nicht nur eine ausreichende Trinkmenge, sondern auch morgens und abends eine feuchtigkeitsspendende Pflege zu verwenden. Toller Nebeneffekt: Die Haut wird dadurch auch elastischer, zarter und sieht glatter aus.

Peelings

Diese gibt es übrigens nicht nur für’s Gesicht! Mit den kleinen Körnchen im Peeling befreien wir die Haut von den abgestorbenen Zellen auf der Oberfläche und sie kann besser „atmen“. Außerdem fördern sie die Durchblutung, was wieder die Hautregeneration fördert. Da die Gesichtshaut zum Beispiel feiner und empfindlicher ist als Haut an den Armen, sollte man sich für ein Produkt mit besonders feiner Textur und natürlichen Mikro-Kügelchen entscheiden sowie etwas sanfter zu massieren. Auch wenn der Name negativ behaftet ist, gibt es auch chemische Peelings, die keine Körnchen enthalten – achten Sie einfach auf die Inhaltsstoffe. Weitere Peeling-Möglichkeiten sind Fruchtsäure- und Enzympeelings.

Wie Sie ein Gesichtspeeling richtig durchführen

  1. Im ersten Schritt bereiten Sie Ihre Haut mit angenehm warmem Wasser auf das Peeling vor. Warmes Wasser öffnet die Poren. Dadurch können die Pflegeprodukte danach besser aufgenommen werden.

  2. Verteilen Sie die Peeling-Paste mit sanft kreisenden Bewegungen auf Ihrem Gesicht. Sparen Sie Augen und Mundbereich aus. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu viel Druck anwenden, um die Haut nicht zu reizen. Ein Peeling-Handschuh kann dabei helfen, die Wirkung zu verstärken.

  3. Waschen Sie das Peeling nun sanft wieder herunter und tupfen Sie Ihr Gesicht trocken. Spüren Sie, wie Ihre Gesichtshaut nun strahlt und sich wunderbar weich anfühlt?

  4. Benutzen Sie nun ein für Ihren Hauttyp geeignetes Gesichtswasser. Das verschließt die Poren und bereitet die Haut auf die folgenden Pflegeprodukte vor.

  5. Cremen Sie nun Ihr Gesicht mit Ihrer gewohnten Gesichtscreme ein. Vielleicht merken Sie, dass Ihre Gesichtshaut die Creme nun besonders gut aufnehmen kann. 

Wichtige Hinweise zum Gesichtspeeling

  • Wenden Sie ein Gesichtspeeling nur bei gesunder Haut an und dann nicht öfters als einmal pro Woche. Auch, wenn regelmäßige Peelings die Haut förmlich aufatmen lassen, sollten dazwischen einige Tage Abstand liegen, damit sich die Haut wieder vollständig regenerieren kann.

  • Seien Sie bei empfindlicher oder sehr trockener Haut mit Peelings besonders vorsichtig. Hier ist es ratsam auf maximal eine Anwendung pro Monat zu reduzieren. Je empfindlicher die Haut übrigens ist, desto feiner sollten die Peelingkörnchen sein.

  • Bei Hautunreinheiten oder gereizten Hautstellen, sollten Sie mit dem Gesichtspeeling warten, bis alles verheilt ist. Ansonsten laufen Sie Gefahr, die Hautreizungen noch zu verstärken.

Gesichtsmassagen

Eine ganz einfache Methode, um die Durchblutung der Gesichtshaut und damit die Zellregeneration anzuregen, ist die Gesichtsmassage. Um Zeit zu sparen, machen Sie das doch gleich beim Auftragen der Feuchtigkeitscreme. Die goldene Regel dabei: Das Gesicht nicht nach unten ziehen. Also besser vom Hals bis zur Stirn streichen und von der Mitte bis zu den Wangenknochen. Bei der Augenpflege inklusive Anti-Aging-Effekt mit kleinen Klopf- und Streichbewegungen dem Knochen der Augenhöhle von außen nach innen folgen.

Schönheitsschlaf

Tagsüber arbeitet die Haut auf Hochtouren, um uns gegen äußere Einflüsse wie Luftverschmutzung und UV-Strahlen zu schützen. In der Nacht konzentriert sie sich auf die Zellregeneration und Kräftigung der Haut. Gesunde und geregelte Schlafgewohnheiten geben der Haut die Zeit und Energie, die sie braucht. Ob es den Schönheitsschlaf wirklich gibt, verraten wir Ihnen im Artikel "Macht Superfood wirklich schön?".

Nährstoffe

Unser gesamter Körper braucht allerhand Nährstoffe, insbesondere Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe, um gut zu funktionieren und sich zu regenerieren. Jetzt werden Sie sich fragen, welche Nährstoffe und für was? Einige dieser Nährstoffe, wo sie enthalten sind und für was sie überhaupt gut sind, haben wir hier zusammengefasst:

  • Anthocyane sind sogenannte sekundäre Pflanzenfarbstoffe und verleihen so einigen Obst- und Gemüsesorten ihre blaue, dunkle Färbung. Sie haben eine entzündungshemmende Eigenschaften und sind beispielsweise in Heidelbeeren, Kirschen und Trauben zu finden.
  • Biotin soll das Schönheitsvitamin schlechthin sein und das nicht nur für die Haut, sondern auch für Haut, Haare und Nägel. Es fördert das Wachstum und unterstützt die Bildung neuer Blutzellen. Große Mengen finden sich in Eigelb oder auch Leber. Andere Quellen sind zum Beispiel Spinat oder Pilzen.
  • Catechine sind wohl eher unbekanntere Nährstoffe. Die in hohen Mengen in Kakao enthaltenen sogenannten Polyphenolen, wirken stark antioxidativ. Dadurch wehren sie unliebsame Eindringlinge ab und können dabei helfen den Cholesterinspiegel zu senken. Sie sorgen also für die Gesundheit unserer Blutbahnen und wirken auch gegen Alterserscheinungen.
  • Vitamin C ist der wohl bekannteste Nährstoff in unserer Liste. Der Gesundheits-Allrounder regt unter anderem die Neubildung von Kollagen an, wodurch unsere Haut nicht nur straffer wird, sondern auch reißfest und stärker macht. Die besten Vitamin C Quellen sind Paprika, Brokkoli und Zitrusfrüchte. 

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So reinigen Sie Ihr Gesicht richtig

Bei der Gesichtsreinigung kommt es neben der Abfolge der Schritte auch auf die richtige Temperatur des Wassers an. Es sollte idealerweise lauwarm sein
, denn zu warmes beziehungsweises heißes Wasser trocknet die Haut aus.

Schritt 1: Augen-Make-up entfernen

Tragen Sie den Augen-Make-up-Entferner auf ein Wattepad auf und wischen dann vom Augenlid von innen nach außen. Das Pad dabei nur sanft aufdrücken und entlang der Wimpern wischen, keinesfalls reiben, da dies die Fältchenbildung begünstigt. Tragen Sie wasserfestes Make-up benutzen Sie einen darauf abgestimmten Augen-Make-up-Entferner.

Schritt 2: Reinigung auftragen

Eine haselnussgroße Menge der individuellen Reinigung in die Handfläche geben und verreiben. Diese sollte immer auf den Hauttyp abgestimmt sein. Lotions sind vor allem bei trockener Haut empfehlenswert, Gels bei fettiger Haut und Schäume bei sensibler Haut. Mit sanften kreisenden Bewegungen die Substanz auf Wangen, Stirn, Kinn und Nase einmassieren. 

Schritt 3: Gesicht abwaschen

Das Gesicht mit lauwarmem Wasser abwaschen, bis das Produkt komplett entfernt ist. Tupfen Sie das Gesicht danach mit einem sauberen Handtuch ab. Auch hier gilt: nicht rubbeln.

Schritt 4: Gesicht klären

Verwenden Sie auch dafür ein Produkt, das auf Ihren Hauttyp abgestimmt ist. Ein Gesichtswasser, oder auch Toner genannt, neutralisiert Kalkablagerungen vom Wasser und sorgt für porentiefe Reinheit. Den Toner auf ein Wattepad auftragen und über das Gesicht streichen. Die Augen aussparen. 

Schritt 5: Pflege auftragen

Tragen Sie das für Ihre Haut geeignete Produkt in kreisenden Bewegungen auf Ihrem Gesicht auf. Am Morgen verwenden Sie am besten eine Tagescreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor. Am Abend eignet sich eine regenerierende Nachtcreme sehr gut.

Wie Sie mit natürlichen Produkten Ihr Gesicht pflegen können und Naturkosmetik ganz einfach selbst herstellen können, das erfahren Sie in unserem Artikel „Hautpflege: Wie Naturkosmetik die Haut entspannt“.


Quellen:


Artikeleckdaten:

  • Artikelerstellung: 5.3.2021
  • 1. Update: 19.3.2021
  • Letztes Update: 23.4.2021

 

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