Verzuckerung der Haut: Was hilft bei Glykation?, Verzuckerung der Haut, Hauzalterung durch Zucker, wie Zucker die Hautalterung beschleunigt
30.12.2021

Verzuckerung der Haut:
Was hilft bei Glykation?

Text: Beatrix Treml

Dass sich Ernährung auf unser Hautbild auswirkt, ist mittlerweile bekannt. Wussten Sie aber, dass übermäßiger Zuckerkonsum auch die Hautalterung fördert? YOLO erklärt, was sich hinter dem Prozess der Glykation verbirgt und wie Sie dieser vorbeugen können.

Zuckerkonsum hat negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Über die Nahrung nehmen wir verschiedene Arten von Zucker auf: Einfachzucker, der nur aus einem Molekül besteht, sowie Zweifach- und Mehrfachzucker. Letztere müssen im Prozess der Verdauung erst in einzelnen Moleküle aufgespalten werden, um direkt aus dem Darm ins Blut transportiert werden zu können. Durch die Aufnahme von Glukose - ein Einfachzucker, der auch als Traubenzucker bekannt ist – steigt in Folge der Blutzuckerspiegel an, der Körper schüttet Insulin aus und befördert die Zuckermoleküle in die Zellen. Glukose ist übrigens neben Fett der der wichtigste Energielieferant der Körpers und somit auch die einzige Zuckerart, die der Köper wirklich braucht. Allerdings kann ein Zuckergenuss im Übermaß schädlich für die Haut sein - auch jener von Glukose. Zu viel vom weißen Gold ruft Veränderungen des Hautbildes hervor. Sie kennen das bestimmt, wenn nach einige Tagen mit deftigem Essen, Kuchen und Torten sowie Alkohol die Haut mehr Talg produziert, Pickel sprießen und der Teint fahl wirkt. Tatsächlich ist unter anderem Zucker dafür verantwortlich: man spricht von Glykation

 

Was ist Glykation? 

Haben Sie schon von Glykation gehört? Diese wird durch die Zunahme von Zucker verursacht und führt zu einer Veränderung der Hautfasern – man spricht hier von der sogenannten Verzuckerung oder Glykation, wie dieser Vorgang in der Fachsprache genannt wird. Zucker sorgt dafür, dass die Kollagenstränge kaputt gefressen werden, und zerstört das Elastin sowie Kollagen in der Haut. Diese Proteine sind für die Festigkeit und Elastizität unserer Haut verantwortlich. Die Glykation wird durch bestimmte Zuckerarten hervorgerufen. Darunter fallen etwa Fructose, also der Fruchtzucker, und Glukose. Infolgedessen wird die Haut anfälliger für Risse und Faltenbildung. Die durch Glykation entstandene Hautalterung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden und lässt sich auch durch spezielle Pflegeprodukte und Behandlungen nicht verbessern. Wer sich lange an einem jugendlichen Hautbild erfreuen möchte, sollte daher frühzeitig auf die Kombination von richtiger Ernährung und Pflege achten. 

Exogene und endogene Verzuckerung

Die Zuckermoleküle von Glukose und Fruktose sorgen für eine chemische Reaktion mit Proteinen oder Lipiden im Körper, bei welcher die Glykations-Endprodukte entstehen. Je mehr Zucker wir über die Nahrung aufnehmen, desto mehr dieser Endprodukte entstehen. Sie werden auch Advanced glycation end products, abgekürzt AGE, genannt. Der Verzehr großer Mengen an Zucker, freie Radikale oder auch Entzündungen veranlassen die körpereigene Bildung von AGEs. AGEs finden sich vor allem in kohlenhydratreichen Lebensmitteln, wie Pasta oder Kartoffeln, aber auch in Proteinquellen wie Fleisch oder Käse – vor allem wenn diese bei hohen Temperaturen gegart wurden. Beim Verzehr eines gebratenen Steaks mit erwünschter brauner Kruste, welche durch die Maillard-Reaktion entsteht, nehmen wir diese Glykations-Endprodukte sogar direkt zu uns. Hier wird von exogener Glykation gesprochen, da der Prozess bei der Zubereitung von Mahlzeiten stattfindet. Die endogene Glykation hingegen findet, wie der Name schon verrät, in unserem Körper und insbesondere im Blutkreislauf, statt. Bei diesem Prozess reagieren Glukose, Fruktose und Galaktose ohne die Beteiligung von Enzymen mit körpereigenen Proteinen. Lagern sich die hierbei entstandenen Glykations-Endprodukte langfristig ab, führt dies zur Schädigung von Zellen und Hautgewebe

 

Auswirkung von Zucker auf die Haut

Je nachdem wie oft und vor allem wie viel Zucker wir zu uns nehmen, ist der Prozess der Glykation stärker oder eben schwächer. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt 25 Gramm Zucker täglich. Das entspricht etwa sechs Teelöffeln. Die Realität sieht leider anders aus. Durchschnittlich werden in Österreich etwa 80 Gramm pro Tag eingenommen. Durch die Vermeidung von zuckerhaltigen Lebensmitteln, stark gebratenen, frittierten oder gegrillten Speisen, Fertiggerichten und Alkohol kann die Verzuckerung in Zaum gehalten werden und somit nicht nur der körperlichen Gesundheit sondern auch der Hautgesundheit dienen. Denn die damit einhergehende Schädigung der Proteine ist eine der Hauptursachen für altersbedingte Leiden und insbesondere für die Alterung von Blutgefäßen und Haut sowie für Cellulite und schlaffe Haut, welche verstärkt ab dem 30. Lebensjahr eine tragende Rolle spielt. Im Hautbild äußert sich die Verzuckerung in Form von hartnäckigen und tiefen Falten, die nicht mehr effektiv behandelt werden können, sowie sichtbare Hautveränderungen.

Weitere Ursachen für die intrinsische, also der endogenen beziehungsweise chronologischen Hautalterung, werden im Artikel „Für immer jung: ganzheitlich gegen Hautalterung" behandelt, welcher Anfang Februar in der YOLO Printausgabe 01/2022 erscheint. Dafür sind Dermatologe Dr. Philipp B. Weber und Dermakosmetikerin Janina Curtius-Hartung Rede und Antwort gestanden und verraten vorbeugende Maßnahmen sowie Tipps zur Erhaltung eines junges Hautbildes

 

Wie kann Glykation verhindert werden?

Der Prozess der Hautalterung kann nicht angehalten werden. Allerdings ist es möglich diesen auszubremsen. Was allerdings gestoppt werden kann, ist die Glykation. Verzichten Sie dafür auf Lebensmittel, die reich an Zucker sind. Darunter fallen Süßigkeiten, Softdrinks und Fertiggerichte. Aber auch Säfte sowie eine kohlenhydratreiche Ernährung sind zu vermeiden. Oft wird vergessen, dass es sich bei Kohlenhydraten auch um Zucker handelt und diese ebenso den Blutzuckerspiegel erhöhen. Greifen Sie besser zu Lebensmitteln, die helfen, diesen zu senken. Dazu zählen Nüsse, Hafer oder auch Heidelbeeren. Zu viel Obst und Gemüse sollte aber auch nicht am Speiseplan stehen, da viele Sorten ebenfalls sehr zuckerreich sind. Sie sind allerdings aufgrund der enthaltenen Vitamine und Antioxidantien unabdingbar für die Gesundheit des Körpers. Ein täglicher Verzehr ist daher wichtig, sollte aber dennoch nicht übertrieben werden – wir erinnern uns an die sechs Teelöffel täglich. 

Gedünstete und gekochte Lebensmittel sollten Frittiertem und stark Gebratenem vorgezogen werden. Glykation kann aber nicht nur innerlich sondern auch äußerlich verhindert werden. Durch die richtige Pflege mit qualitativ hochwertigen und wirkstoffreichen Produkten kann ebenfalls der vorzeitigen Hautalterung entgegengewirkt werden. Der Zustand unserer Haut ist also eine Frage des Lifestyles – wer bewusst lebt und einige wenige Dinge beachtet, wird sich lange an einem strahlenden Hautbild erfreuen!


Quellen:


Artikeleckdaten:

  • Artikelerstellung: 30.12.2021

 

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