Kopfhaut richtig pflege, juckende Kopfhaut pflege, Welche Pflege bei Schuppen, fettige Kopfhaut vorbeugen, YOLO Magazin
22.01.2021

Wen juckt's?
Jetzt die Kopfhaut pflegen

Text: YOLO Online-Redaktion

Meistens bekommt unsere Kopfhaut nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei gehört sie zu den empfindlichsten und wichtigsten Körperregionen. Wir haben alle Fakten zusammengefasst und zeigen, welche Pflege für die Kopfhaut die richtige ist.

Der Zustand unserer Kopfhaut ist nicht nur ausschlaggebend für das Aussehen und die Beschaffenheit unserer Haarpracht, sondern schützt auch unseren Kopf, reguliert Wasserhaushalt und Körpertemperatur und ist an der Sinneswahrnehmung beteiligt. Die Kopfhaut ist aus mehreren Schichten aufgebaut und erneuert sich alle vier Wochen. In den einzelnen Schichten befinden sich die Haarwurzeln, Nerven, Talg- und Schweißdrüsen. Die Talgproduktion unterstützt den Körper auch in der Abwehr von Krankheitserregern. Die Oberhaut schützt vor den äußeren Umwelteinflüssen. Darunter gibt das Bindegewebe der Lederhaut der Oberhaut Halt und Form. Die letzte Schicht, die Unterhaut, dient als Schutzpolster und Nährstoffspeicher. Mehr zu den Hautschichten erfahren Sie in unserem Artikel „Gesunde Haut: Natur pur für ein strahlendes Aussehen“.

Funktionen der Kopfhaut

  • Schutz: Durch die Verhornung und die Abgabe von Drüsensekret ist die Kopfhaut der Schutzmantel unseres Kopfes, wobei die Haarschicht noch einmal eine zusätzliche Schutzschicht bietet.
  • Temperaturregulierung: Eine besondere Eigenschaft der Kopfhaut ist, dass sie ihre Gefäße erweitern oder verengen kann. In Folge kann sie mit der Verdunstung von Flüssigkeit die Körpertemperatur mitbeeinflussen.
  • Flüssigkeitsaustausch: Die Haut im Allgemeinen, so auch die Kopfhaut, gibt Flüssigkeit und Salze ab und reguliert neben der Temperatur auch den Wasserhaushalt des gesamten Körpers.
  • Sinneswahrnehmung: Mit unterschiedlichen Rezeptoren ausgestattet dient die Kopfhaut auch zur Sinneswahrnehmung. 

Welche Arten der Kopfhaut gibt es?

Die Kopfhaut ist wie alle Hautbereiche vielen Strapazen ausgesetzt, stellt sie ja eine Grenze nach außen dar. Mit einem dichten Haupthaar scheint sie gut geschützt zu sein, das ist aber so nicht ganz richtig. Natürlich ist der Schutz höher als zum Beispiel bei einer Glatze, aber eine häufige oder lange Sonneneinstrahlung kann auch hier einen Sonnenbrand verursachen. Deshalb lohnt es sich in jedem Falle, draußen einen Hut oder eine Kappe aufzusetzen.

Aber auch Kälte, hormonelle Veränderungen, die Einnahme von bestimmten Medikamenten, niedrige Luftfeuchtigkeit oder heißes Föhnen setzen unserer Haut auf dem Kopf zu. Daraus resultieren häufig Schuppen, Hautreizungen oder Juckreiz. Bei der Kopfhaut unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Kopfhauttypen:

  1. Befinden sich Fett- und Feuchtigkeitsgehalt im Gleichgewicht spricht man von einer normalen Kopfhaut. Deshalb treten hier in der Regel keine Beschwerden wie Juckreiz, Spliss oder Schuppen auf. Folglich sind die Haare gesund und glänzend.
  2. Die fettige Kopfhaut entsteht meist durch eine verstärkte Talgproduktion, bei der die Talgdrüsen zu viel Fett produzieren. Das Haar kann die übermäßige Menge nicht aufnehmen und bekommt dadurch sein fettiges und strähniges Aussehen. Die Ursachen können sehr vielfältig sein, zum Beispiel hormonell oder erblich bedingt.
  3. Spannen, Jucken, Brennen oder sogar Hautrötungen sind die Kennzeichen einer trockenen Kopfhaut. Diese entsteht häufig aufgrund eines Nährstoffmangels oder einer zu geringen Talgproduktion. Dadurch wird das Haar rau, glanzlos, stumpf und ist mitunter kaum zu bändigen.
  4. Bei der Erneuerung der Kopfhaut sterben die Hautschuppen ab und sind normalerweise so klein, dass sie mit freiem Auge gar nicht zu sehen sind. Bei einer schuppigen Kopfhaut ist dieser Prozess aus dem Gleichgewicht geraten und die oberste Hautschicht wird zu früh in großen Zellverbänden abgestoßen.

Schuppen sind normal

Bei einer fettigen Kopfhaut können zudem die Schuppen verkleben. Man unterscheidet deshalb zwei Formen von Schuppen: Trockene und Fettige Kopfschuppen.

  • Trockene Kopfschuppen

Diese Art kennzeichnet sich durch feine und trockene Schuppen. Da sie dadurch nicht haften bleiben, „rieseln“ sie richtig vom Kopf herunter und landen meist deutlich sichtbar auf der Kleidung oder dem Kopfpolster. Häufig spannt und juckt die Kopfhaut auch.

  • Fettige Kopfschuppen

Neigt man zu fettigem Haar, können sich die Schuppen an Kopf und Haaren ablagern. Die dafür verantwortliche übermäßige Talgproduktion begünstigt zudem das Wachstum von Pilzen, was das Problem zusätzlich nochmal verstärkt.

Tipps bei juckender Kopfhaut

Aufgrund der hohen Dichte an Haaren ist es oft schwierig, Pflegeprodukte gleichmäßig zu verteilen. Auch herkömmliche Shampoos, die nur kurz auf dem Kopf bleiben, können ihre Inhaltsstoffe, seien sie auch noch so gut, nicht optimal entfalten. Deshalb sollten Sie regelmäßig, aber nicht zu oft, zu Haarkuren oder sogenannten Haartonics greifen. Während der Einwirkzeit können Sie auch den anderen Hautregionen etwas Gutes tun. Wir haben in unserem Artikel über die „Hautpflege mit Naturkosmetik“ einige Tipps für Sie!

Einen genaueren Blick sollten Sie auch auf die Inhaltsstoffe werfen. Zum Beispiel haben sich Shampoos mit Kräutern, wie zum Beispiel Pfefferminze, Teebaumöl oder Eukalyptus bewährt. Diese kühlen zudem die gereizte Kopfhaut. Nicht immer sind Anti-Schuppen-Shampoos die beste Wahl, vor allem bei juckender Kopfhaut. Wichtig ist, dass das gewählte Produkt pH-neutral sowie ohne Silikone, Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe ist. Diese Eigenschaften findet man zum Beispiel sehr oft in der Babyshampoo-Abteilung.

Beim Waschen selbst sollte maximal lauwarmes Wasser zum Einsatz kommen und wenn möglich sollten Sie die Haare an der Luft trocknen lassen. Wenn das nicht geht, sollte der Föhn nicht zu heiß eingestellt werden, um die Haut nicht gleich wieder auszutrocknen. Oder aber Sie trocknen die Haare mit Fön nur an und lassen der Trocknung an der Luft dann ihr übriges tun. Grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr! Weitere Tipps zur richtigen Pflege für gesunde Kopfhaut finden Sie im Online Magazin lykkelife

3 Hausmittel gegen juckende Kopfhaut

  • Öl: Schnell, und meist sowieso in der Küche vorhanden, ist Öl, wie zum Beispiel Olivenöl. Einfach auf die juckende Kopfhaut auftragen und so lange wie möglich einwirken lassen – am besten über Nacht. Das Öl spendet Feuchtigkeit und beruhigt die Haut. Am nächsten Morgen die Haare wie gewohnt waschen.
  • Apfelessig: Er gilt auch als Allround-Talent für alle Haarprobleme. Die Spülung besteht aus einem Liter Wasser und zwei Esslöffel Apfelessig – Haare waschen und einmassieren. Auswaschen ist nicht nötig!
  • Lavendelwasser: Der Lavendel kann nicht nur auf unsere Psyche beruhigend wirken, sondern auch auf unsere Haut. Einfach Wasser mit Lavendel mischen und nach dem Waschen auf das Haar und den Ansatz sprühen, ohne Ausspülen. Ein reines Lavendelöl können Sie auch einmassieren und über Nacht einwirken lassen.

Wen juckt´s? Die Seele!

Die Haut dienst als Grenzen zwischen dem Außen und dem Innen - so auch die Kopfhaut. Symptome auf körperlicher Ebene haben also immer auch eine seelische Bedeutung. Meist liegen hier auch die Ursachen begraben, wie Ruediger Dahlke in seinem Bestseller Krankheit als Symbol (1996, C.Bertelsmann Verlag) vermittelt. Juckreiz kann als Reaktion auf einen stimulierenden oder erregenden Reiz, wie Aggression oder Zuneigung, gelesen werden. Er stellt die nach außen drängende Lebenslust dar. Dagegen hilft die bewusste Öffnung seiner Grenzen. Stehen Sie zur eigenen Neugierde und trauen Sie sich den Reizen nachzugehen. Hinterfragen Sie bei Juckreiz, was Sie tatsächlich im übertragenen Sinn juckt. Neigt die Kopfhaut zu Schuppen, so möchte der Mensch etwas loswerden. Er möchte sich davonmachen. Oft hilft es alten seelischen Ballast abzuwerfen, indem Distanz aufgebaut wird. Denn die Erneuerung, in diesem Fall auch die neue Haut, entsteht beziehungsweise beginnt im Inneren. Eine Überproduktion an Talg resultiert unter anderem in fettiger Kopfhaut. Seborrhö, wie die Hyperfunktion der Talgdrüsen auch genannt wird, kann ein Hinweis auf die aktuelle Lebenssituation sein. Sie spiegelt mögliche Herausforderung wider. Widerstände können aber ohne Gegendruck überwunden werden. Anstatt dagegen anzukämpfen, können Sie diese annehmen und es wird wie geschmiert laufen.

 

Schönes Haar beginnt mit gesunder Kopfhaut

Auch, wenn sie von unseren Haaren bedeckt ist, ist die Kopfhaut ein Schutzschild unseres Körpers. Deshalb ist auch sie permanent den Einflüssen der Umwelt ausgesetzt. Genau deshalb sollte auch sie gepflegt werden. Eine bereits irritierte Kopfhaut braucht Zeit, um sich wieder zu beruhigen und zu regenerieren. Grundsätzlich gilt bei Problemen mit der Kopfhaut: Nicht „viel hilft viel“, sondern „weniger ist mehr“​. Und geht es der Kopfhaut gut, kann sich auch das Haar in seiner vollen Pracht gesund entfalten.

 


Quellen:​

  • Dahlke, R., 1996, Krankheit als Symbol, C.Bertelsmann Verlag
  • Ellsässer, S., 2008, Körperpflege und Kosmetik, 2. Auflage, Springer Verlag
  • Gehrke Berthold , Schäffler Arne, 2019, Kopfschuppen, Abfrage vom 29.7.2021, 12:06 Uhr
  • Hafner Karin, 20.4.2021, Lästiges Schuppenproblem beheben, Abfrage vom 29.7.2021, 12:08 Uhr

Artikeleckdaten:

  • Artikelerstellung: 22.1.2021
  • Update: 15.10.2021

 

Wissenwertes für Sie

Macht Superfood schön?

Kann man den unzähligen Berichten über Superfood Glauben schenken? Wir haben uns das genau angesehen und zeigen welche Lebensmittel wirklich unsere Gesundheit fördern und Einfluss auf unser Erscheinungsbild nehmen.

Gesunde Haut: Natur pur für
ein strahlendes Aussehen

Naturkosmetik ist gegenüber synthetisch hergestellten Produkten oft vorteilhaft. Wie ist es eigentlich möglich, dass unsere Haut einerseits Wirkstoffe aufnehmen kann, uns andererseits auch wirkungsvoll gegenüber ungewollten Umwelteinflüssen abschirmt? Anhand der Funktionsweise wird deutlich, worauf Sie beim Kauf von Kosmetikprodukten achten sollten.

Hautpflege: Wie Naturkosmetik
die Haut entspannt

Wie viel Pflege braucht die Haut? Eine gesunde, schöne Haut gilt als Symbol für Jugendlichkeit und Attraktivität. Neben unserem Lebensstil spielt dabei auch die Pflege eine wichtige Rolle. Wir gehen der Frage nach, wie viel Pflege für die Haut tatsächlich nötig ist und wie Sie mit Naturkosmetik Ihre Hautgesundheit unterstützen können.