Eine hübsche Frau mit Sommersprossen und Sonnenhut lächelt direkt in die Kamera.
23.06.2021

Wie entstehen Pigmentflecken?

Text: Nikola Walde

Pigmentflecken mag niemand – würde der eine oder andere meinen. Kaum jemand ist sich aber dessen bewusst, dass auch Sommersprossen, die in den Sommermonaten viele Gesichter schmücken und die so gut wie jeder absolut entzückend findet, eigentlich auch Pigmentflecken sind...

Was sind Pigmentflecken?

Pigmentflecken sind ockerfarbene, hell bis dunkelbraune oder auch rötliche Verfärbungen der Haut, die sowohl die Form kleiner Pünktchen beziehungsweise Male – auch als Sommersprossen bekannt – als auch großflächiger Flecken annehmen können. Sie sind flach und nicht tastbar wie herkömmliche Muttermale. Sie treten am häufigsten im Gesicht  vorwiegend auf der Stirn und auf den Wangen, auf dem Dekolleté, auf den Schultern und im oberem Rückenbereich sowie auf den Armen und Händen (Handrücken) auf.  
 
Sommersprossen (lat. Epheliden), die sehr häufig bereits im Kindesalter vorkommen sind vor allem bei sehr hellhäutigen Menschen weit verbreitet, sogenannte Altersflecken (lat. Lentigo solaris) entstehen im Laufe des Lebens und sind, wie der lateinische Name schon sagt, die Folge jahre- beziehungsweise jahrzehntelanger Sonnenlichteinwirkung. Die dünkleren Hautstellen entstehen dann, wenn manche Hautzellen verstärkt den sogenannten Hautfarbstoff Melanin freisetzen. Pigmentflecken sind zwar harmlos, erfreuen sich allerdings keiner großen Beliebtheit. Vor allem Frauen empfinden sie als unästhetisch, störend oder gar hässlich. Sie werden auch sehr häufig als Altersflecken bezeichnet, was ihnen einen zusätzliche negative Konnotation verleiht. Obwohl es schwierig sein kann, großflächige Pigmentflecken komplett loszuwerden, gibt es einige Methoden, ihnen wirksam vorzubeugen und ihr Erscheinungsbild zu verbessern.

Wie entstehen Pigmentflecken: die häufigsten Ursachen

Pigmentflecken werden medizinisch als Hyperpigmentierungen bezeichnet, weil wir sie der sogenanten Hyperpigmentierung der Haut zu verdanken haben, die mehrere Ursachen haben kann. Sie wird hauptsächlich durch die genetische Veranlagung, durch weibliche Hormone, aber hauptsächlich durch die Sonneneinwirkung bedingt. Deshalb schmücken sie auch genau die Körperteile, die der Sonne am meisten und am intensivsten ausgesetzt sind und werden in den sonnigen Frühjahr- und Sommermonaten sichtbarer. 
 
Verletzungen, Entzündungen und chronische Erkrankungen der Haut wie Akne, Psoriasis, Schuppenflechte, Verbrennungen sowie vorangegangene Sonnenbrände können die Entstehung von Pigmentstörungen begünstigen. Es kommt häufig vor, dass Pigmentflecken erstmals während oder nach der Schwangerschaft auftreten, was mit einer Veränderung des Hormonhaushalts beziehungsweise Hormonschwankungen zusammenhängt. Auch hormonelle Verhütungsmittel und manche Medikamente können etwaige Pigmentstörungen begünstigen. Schwangere und junge Mütter bekommen häufig ein sogenanntes Cholasma, auch als Schwangerschaftsmaske geläufig. Aber keine Sorge – diese typische Schwangerschaftsverfärbung im Gesicht verschwindet nach der Geburt des Babys innerhalb von einigen Wochen von selbst! 
In einem unserer Artikel erfahren Sie auch, wie Hormone das Glücksempfinden beeinflussen.
 
Zu den bekanntesten Sonderformen einer Pigmentstörung, die bereits bei der Geburt auftreten, gehören darüber hinaus auch der sogenannte Café-au-Lait-Fleck, der den lateinischen Namen Nävus pigmentosus trägt.  Er hat eine gleichmäßig hell- bis dunkelbraune Färbung und erinnert daher an den beliebten Milchkaffee. Der Nävus spilus, der ähnlich aussieht, kann zusätzlich mit dunkleren Pünktchen gesäumt sein, relativ großflächig werden und sich im Laufe des Lebens noch vergrößern.
 
Achtung: Alle zwei Jahre sollte sich jeder einer Kontrolluntersuchung der Haut bei einem Dermatologen unterziehen, um sicherzustellen, dass Muttermale und Pigmentflecken keine verdächtigen Veränderungen aufweisen. Sollten Sie asymmetrische beziehungsweise nicht durchgängig gleich gefärbte Hautveränderungen beobachten, konsultieren Sie umgehend einen Arzt.
 
 

Vitiligo – die etwas andere Pigmentstörung

Vitiligo ist die medizinische Bezeichnung der Weißfleckenkrankheit, die sich durch einen harmlosen und nicht heilbaren Melaninmangel charakterisiert. 
 
So entstehen auf der Haut sehr helle, pigmentarme beziehungsweise gänzlich pigmentlose, blasse und unregelmäßige Flecken, die entweder in einem bestimmten Areal  – zum Beispiel an den Händen, oder aber am ganzen Körper auftreten können. Verursacht wird dies vermutlich durch genetische Faktoren oder Autoimmunreaktionen des Körpers – um sicher zu sein ist der aktuelle Stand der Forschung allerdings nicht ausreichend. 

Pigmentflecken vorbeugen 

Pigmentflecken lassen sich nicht gänzlich verhindern, Sie können ihnen aber vorbeugen indem Sie direkte Sonnenstrahlung meiden, einen wirksamen Sonnenschutz sowie eine Tagespflege mit einem Lichtschutzfaktor auch in den Herbst- und Wintermonaten tragen. Unsere Haut mag keine UV-Strahlung, die von direktem Sonnenschein hervorgeht, im Laufe der Jahre werden Sonnenschäden immer deutlicher auf ihr sichtbar. So beschleunigt die Sonne die Alterungsprozesse der Haut, die in den meisten Fällen auch irreversibel sind. 
In unserem anderen Artikel können Sie nachlesen, mit welchen Methoden Sie die Hautalterung wirksam hinauszögern können.
 
Der Verzicht auf Alkohol, Nikotin, aggressive Kosmetika und Pflegeprodukte kann ebenfalls Pigmentstörungen vorbeugen. Grundsätzlich gilt alles, was der Haut schadet, also auch Schlafmangel, Luftverschmutzung, zu viel Makeup und Chemie als schädlich und stört die Schutzbarriere unserer Haut soweit, dass sie sich selbst nicht effizient erneuern kann. Da unser Hormonhaushalt direkt mit dem Entstehen von Pigmentflecken und Verfärbungen der Haut zusammenhängt, lohnt es sich auch ein besonderes Augenmerk auf hormonfreie Nahrungsmittel in Bio-Qualität (Stichwort Fleisch) zu legen.
 
Parfums, Deos, aber auch so manche Pflege- und Beauty-Produkte wie Make-up-Fluids können zur Entstehung von Hautverfärbungen und Pigmentflecken beitragen. Dies liegt an bestimmten Inhaltsstoffen, die unsere Haut empfindlicher gegenüber der Sonne machen können. Eine solche Wirkung wird zum Beispiel Retinol und auch manchen ätherischen Ölen wie dem Sandelholz- und dem Bergamotteöl nachgesagt. 
 

Kann Sonnenschutz Pigmentflecken und Hautverfärbungen verhindern?

Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF oder engl. SPF: Sun Protection Factor) schützen die Haut vor Sonnenschäden und können so auch die Entstehung unerwünschter Hautverfärbungen und Pigmentflecken verhindern. Sie können die typische Sommerbräune allerdings nicht zu 100 Prozent verhindern. Dazu müsste oftmals am Tag eine ganz dicke Schicht aufgetragen werden. Die UVB-Strahlung fördert die Produktion von Pigmenten (Melaninen) als natürlicher Sonnenschutz und ist gleichzeitig für die Entstehung des Sonnenbrandes verantwortlich. Der hohe Lichtschutzfaktor lässt den Bräunungsprozess lediglich langsamer voranschreiten und schützt die Haut vor gefährlichen und schmerzhaften Verbrennungen. 

Pigmentflecken entfernen – aber wie?

Harmlose Hautmale, ausgeprägte Sommersprossen, Pigment- und Altersflecken müssen nicht, können aber, wenn sie subjektiv als ästhetisch unschön und störend empfunden werden, von einem erfahrenen Dermatologen entfernt werden. Hier stehen mehrere Methoden zur Auswahl.
 
Eine der wirksamsten ist die Laser-Behandlung, bei der Pigmentansammlungen durch Lichtenergie des Lasers zerstört und anschließend von Immunzellen abtransportiert werden.
 
Bei einem Kryopeeling beziehungsweise einer Kältetherapie wird die Oberfläche der Oberhaut mit flüssigem Stickstoff vereist – so stirbt sie zusammen mit der Verfärbung ab und kann wie bei einem herkömmlichen Peeling schonend abgetragen werden. Pigmentflecken können natürlich auch mechanisch mit einem Skalpell abgeschliffen werden.
 
Pigmentflecken lassen sich auch mithilfe von pflanzlichen, chemischen Peelings sowie Säure-Peelings (beispielsweise auf Basis von Salicyl- Glycol-, BHA- oder AHA-Säure) entfernen.
 
Das Erscheinungsbild lässt sich auch durch regelmäßige Verwendung von Gesichtswasser auf Säurebasis sowie säurehaltigen Gesichtscremes und Seren, die eine wesentlich schwächere Wirkung aufweisen als Säuren die von einem Hautarzt angewendet werden. Hierbei sollten Sie aber stets beachten, dass danach die Haut noch empfindlicher gegen die Sonneneinwirkung ist, und daher besonders penibel mit einem starken Lichtschutzfaktor geschützt werden muss! Es gilt sie nicht nur vor Verbrennungen, sondern auch vor Entstehung weiterer Pigmenflecken zu bewahren!

Bewährte Hausmittel gegen Pigmentflecken

Es gibt ein paar bewährte Hausmittelchen, die Sie selbst – immer erst nach Absprache mit einem Hautarzt – anwenden können, um das Aussehen Ihrer Pigmentflecken zu verbessern. Dazu gehört beispielsweise frisch gepresster Zitronensaft. Die darin enthaltene Säure dringt in die oberen Hautschichten ein, hat einen Peeling-Effekt und kann Sommersprossen aufhellen und andere leichte Hautverfärbungen mindern. Das Ergebnis wird sich natürlich von dem eines professionellen chemischen Peelings stark unterscheiden, das hier die Säurekonzentration sehr niedrig ausfällt. Umso höher ist aber die Vitamin-C-Konzentration, die, regelmäßig angewendet, den Alterungsprozess der Haut hinauszögern kann und einen strahlenden Teint zaubert. Eine ähnliche Wirkung zum Saft frischer Zitronen kann auch Bio-Apfelessig entfalten, der noch dazu eine antiseptische und antibakterielle Wirkung hat und so Hautunreinheiten vorbeugen kann. 

Es gibt wissenschaftliche Hinweise darauf, dass auch Blutorangenextrakt Pigmentstörungen mindern könnte, da er unsere Haut widerstandsfähiger gegen Sonneneinstrahlung macht. Die Frucht der Papaya enthält wiederum sogenanntes Papain, das dem Körper dabei helfen soll, Stoffwechselprodukte schneller abzubauen – es imitiert nämlich menschliche Verdauungsenzyme. So soll es nach und nach auch so manche Hautflecken verschwinden lassen. Papain löst aber bei manchen Menschen Allergien aus, weil es die Barrierefunktion der Haut stört.
Vitamin A, in der Kosmetikbranche auch als Retinol bekannt, soll die Hautalterung verlangsamen, Haut straffen und auch die Bildung von Pigmentflecken beeinflussen. Auch hier sollten Sie jedoch aufpassen – hochdosiertes Retinol mach die Haut ebenso empfindlich wie Säuren! Bei regelmäßiger Anwendung sollte Kontakt mit der Sonne unbedingt gemieden werden!

 

 

Sie sind schön – mit und ohne Pigmentflecken!

In dem unaufhörlichen Perfektionswahn haben wir uns Schönheitsidealen verschrieben, die im echten Leben, fernab des Internets, Instagram und Victoria's Secret Laufstege gar nicht existieren. Wir haben verlernt, uns als menschliche Wesen mit Ecken und Kanten und unser Aussehen als, in Wirklichkeit, nebensächlich und vergänglich zu betrachten. Klar, möchte jeder von uns das Beste aus seinem Äußeren herausholen – es ist auch gut so! Es pusht uns dazu, unseren Körper zu pflegen, auf ihn zu achten und ihn zu lieben.

Wir sollten uns aber dabei für unsere äußerlichen Makel nicht schämen und ständig fertig machen. Auch die schönsten Models dieser Welt sind nur Menschen, die wir zwar immer perfekt geschminkt, ausgeleuchtet und gephotoshoped bewundern, die aber genauso wie wir eine Haut haben, die ebenso der Umwelt, der Sonne, Hormonschwankungen et cetera wie die unsere ausgesetzt und weder vor Ausschlägen, Akne, und Pigmentstörungen noch vor Hautalterung gefeit ist! 

Schützen Sie Ihre Haut vor Dingen, die ihr schaden, nutzen Sie wirksame, möglichst natürliche Methoden, sie zu pflegen und ihre Kondition und ihr Erscheinungsbild zu verbessern, aber denken Sie stets daran: Ob mit oder ohne Pigmentflecken – Sie sind so oder so schön!


Quellen:

  • Fux Christiane, Felchner Carola, 17.1.2019, Pigmentflecken, Abfrage vom 23.6.2021, 15:15 Uhr

 

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