5 Übungen für eine starke Seele - Resilienz stärken, Psychische Widerstandskraft ausbauen, Übungen für mehr Resilienz, YOLO Magazin
27.10.2021

5 Übungen für eine starke Seele - Resilienz stärken

Text: Beatrix Treml

Wie gut wir Stress und Krisen meistern, hängt vor allem von unserer psychischen Widerstandsfähigkeit ab – der Resilienz. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Fähigkeit ganz einfach im Alltag trainieren können.

Jeder hat mal Stress, jeder erlebt mal eine Krise und jeder muss auch mal mit Niederschlägen umgehen. Resilienz ist die psychische Kraft, die dem Menschen dabei hilft, solche schwierigen Erfahrungen zu überwinden und zu verarbeiten. Denn es ist wissenschaftlich belegt, dass resiliente Menschen unempfindlicher auf Belastungen reagieren und sich von negativen Erfahrungen schneller wieder erholen als andere. Resilient zu sein, bedeutet, selbst zu wissen, wie man mit einem einschneidenden Erlebnis am besten umgeht. Die gute Nachricht ist, dass Resilienz erlernbar beziehungsweise trainierbar ist. Die nachfolgenden Übungen für eine starke Seele helfen Ihnen, Verantwortung für sich selbst, Ihre Bedürfnisse und Ihre Zukunft zu übernehmen.

1. Krisenkompetenzen erkennen

Kraft entsteht durch Krisen und genau deshalb wachsen resiliente Menschen - man spricht in diesem Fall vom posttraumatischen Wachstum. Das Prinzip ist ähnlich einer Impfung: Wer eine kleine Krise erfolgreich meistert, ist danach noch besser für die nächste gewappnet. Zeichnen Sie einen Zeitstrahl auf ein Blatt Papier - er sollte von Ihrer Geburt bis zum heutigen Tag reichen. Tragen Sie nun entlang der Linie alle kleinen und großen Krisen Ihres bisherigen Lebens ein. Dabei kann es sich um die Scheidung der Eltern, geplatzte Träume oder einen Schulwechsel handeln. Krisen sind immer individuell. Im nächsten Schritt ist es wichtig, dass Sie sich bewusst werden, was Sie in diesen Situationen erschüttert, verunsichert oder verletzt hat. Das ist wichtig, um zu verstehen, was rückblickend alles zu den Krisen beigetragen hat. Machen Sie sich Gedanken darüber, was Ihnen damals Kraft gegeben hat. Waren es innere Faktoren, wie eine besondere Charaktereigenschaft oder eigenes Wissen, oder haben äußere Faktoren, wie bestimmte Menschen, eine größere Rolle gespielt. Schreiben Sie alle Erkenntnisse auf das Blatt Papier. Am Ende können Sie die notierten Aspekte analysieren. Nicht selten steckt ein wiederkehrendes Verhaltensmuster dahinter, eine Art persönliches Erfolgsgeheimnis. Mit diesem Wissen gelingt es, kommende Krisen vorzubeugen oder konstruktiver damit umzugehen. Ziel der Übung ist das Erkennen Ihrer eigenen Krisenkompetenzen.

2. Soziales Wohlfühl-Netzwerk schaffen

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Zu den äußeren Faktoren, die die Resilienz stärken, zählen zwischenmenschliche Beziehungen. Ein gutes soziales Netzwerk ist daher ein wichtiger Schutz bei negativem Stress. Emotionale Nähe zu anderen gibt Sicherheit und das Gefühl nicht alleine zu sein. Versuchen Sie daher, regelmäßig Zeit mit Menschen zu verbringen, die Ihnen am Herzen liegen. Menschen mit denen Sie lachen und Sie selbst sein können. Wie viel Zeit ver­brin­gen wir jeden Tag in sozia­len Netz­wer­ken oder mit E-Mails schrei­ben und Sprach­nach­rich­ten. Ver­su­chen Sie daraus öfter Face-to-Face-Kon­takte zu machen und genügend Offline-Zeit für die Beziehungspflege in Ihren Alltag einzuplanen. Es ist enorm hilfreich, sich mit anderen auszutauschen und eine andere Sicht der Dinge zu bekommen. Dabei kommt es nicht auf die Quantität an, sondern vielmehr auf die Qualität der Beziehungen.

3. Pausen als Teil des Lebens anerkennen

Machen Sie regelmäßig Pausen und tun Sie sich hin und wieder etwas Gutes. Egal ob es sich dabei um einen Wochenendtrip oder zwei Tage im Pyjama auf der Couch handelt - wenn es das ist, was Sie gerade wollen und brauchen, dann ist es gut für die Psyche. Versuchen Sie auch ab und zu komplett abzuschalten und Ihrem Kopf den nötigen Freiraum zu geben. Viele Menschen fühlen sich durch ständiges Grübeln unter Druck gesetzt. In diesen Situationen ist es wichtig, den Kreislauf zu durchbrechen und/oder für Ablenkung zu sorgen. Meditations- oder Atemübungen sind dafür ein gutes Mittel: Bereits eine Viertelstunde der Ruhe und Konzentration auf den Atem genügt, damit die negativen Gedanken verschwinden. Wenn Sie mehr über die Wirkung der Atmung erfahren möchten, dann tauchen Sie in die neue YOLO Printausgabe (erschienen am 25.10.2021) ein. Sichern Sie sich gleich Ihr Abo! Betrachten Sie Pausen als Teil der Arbeit beziehungsweise als Teil des Lebens und integrieren Sie Pausenrituale in Ihren Tagesablauf. Unser Körper sagt sehr deutlich, was er braucht - durch regelmäßige Auszeiten, lernen Sie die Zeichen besser zu deuten und entwickeln automatisch eine Art Frühwarnsystem. Finden Sie heraus, was Ihnen persönlich gut tut - Wald oder Meer? Vollkommene Stille oder Lieblingsmusik? Nichtstun oder Brotbacken? Das Ziel dieser Übung ist es, Pausen zu akzeptieren und als notwendigen Teil des Alltags zu betrachten.

4. Entscheidungen treffen

In der heutigen Zeit sind wir oft durch die zahlreichen Möglichkeiten überfordert. Denn die Wahl zu haben, bedeutet auch häufig einer Qual ausgesetzt zu sein. Werden Entscheidungen aber lange aufgeschoben, führt dies innerlich zu negativem Stress und einer Art Dauerbelastung. Das Gedankenkarussell springt immer wieder an und aktiviert Emotionen wie Angst und Unsicherheit. Wer lernt, schneller Entscheidungen zu treffen, dessen Leben wird auch leichter. Starten Sie damit bei vermeintlichen Kleinigkeiten, wie der Essenswahl im Restaurant. Springt Ihnen ein Gericht aus der Speisekarte ins Auge, entscheiden Sie sich für dieses, ohne die Karte noch weiter zu studieren. Sie werden merken, dass es anfangs schwer fällt. Mit etwas Übung können klare Entscheidungen aber deutlich schneller getroffen werden. Manche Probleme lösen sich durch diese Angewohnheit direkt in Luft auf oder entstehen erst garnicht.

5. Öfters mal lächeln

Alles Leben und Wirken im Universum ist durch energetische Schwingungen verbunden. Und gleiche Schwingungen ziehen sich von Natur aus an. Dieses Prinzip lässt sich auf unsere Gedanken übertragen, denn auch auch Gedanken sind elektrisch messbare Bewegungen. Die Schwingungen unserer Gedanken bestimmen daher, was uns im Leben widerfährt. Der Schlüssel zu einem erfüllten Leben besteht also darin, positive Gedanken in die Welt zu schicken. Wer optimistisch denkt, denkt eher an Chancen, zieht Positives an und handelt lösungsorientierter. Aus diesem Grund kommen positiv denkende Menschen eher ins Handeln. Optimismus kann auch durch Körpersprache aktiviert und verstärkt werden. Lächeln Sie deshalb morgens wenn Sie aufwachen, wenn Sie sich zwischendurch im Spiegel betrachten oder in vielen anderen Situationen - auch wenn Ihnen Missgeschicke passieren. Selbst wenn Sie nur innerlich lächeln, werden Sie schnell einen Unterschied merken.

Entspannter Alltag dank psychischer Widerstandskraft

Resilienz ist die Fähigkeit, Stress und negative Erfahrungen so zu verarbeiten, dass die Psyche möglichst schnell wieder in ein emotionales Gleichgewicht findet und keine dauerhaften Schäden davonträgt. Der Umgang mit Stress und somit auch die Resilienz sind zwar individuell sehr verschieden, inzwischen weiß man aber, dass gute Beziehungen, eine gesunde Lebensweise, die richtige Erziehung und auch persönliche Freiräume Resilienz und psychische Gesundheit gezielt fördern. Wenn Sie dann auch noch die in diesem Beitrag vorgeschlagenen Übungen in den Alltag integrieren, schaffen Sie es, die Widerstandsfähigkeit der Psyche sowie die Seele positiv zu beeinflussen. Wer sich also in Zukunft für den Afterwork-Drink mit Freunden entscheidet, anstatt für die Überstunden, dem sollte der Chef eigentlich dankbar sein. Denn immerhin sorgen wir dadurch für mehr Stressresistenz und weniger Fehlzeiten. Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: mit fortschreitendem Alter steigt auch die Widerstandsfähigkeit. Streit oder Ärger, der einen jungen Menschen noch völlig aus der Bahn wirft, ruft bei den meisten Älteren nur noch ein müdes Lächeln hervor. Na dann...

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