Frau im Homeoffice an einem Tisch mit zwei Kindern
17.03.2021

8 Tipps und das
Home-Office gelingt spielend

Text: Verena Radlinger & Ursula Mitteregger

Für viele sind die eigenen vier Wände mittlerweile auch zum Büro geworden. Für die einen ist es der perfekte Arbeitsort, für die anderen eine echte Herausforderung. Wir zeigen Ihnen acht Tipps für ein optimales Arbeiten zu Hause und erklären die Aufräum-Hacks der angesagten Ordnungs-Expertin Marie Kondo.

Ist die Alternative zum Büro die große Freiheit oder verdrängt es nur das eigene zu Hause? Auch ohne Pandemie arbeiten viele Menschen von zu Hause aus und die Grenze zwischen Privatem und Arbeit verschwimmen immer mehr. Home-Office kann aber auch große Vorteile bieten, wie Flexibilität, Selbstorganisation und den Stau am Weg zur Arbeit erleben wir auch nicht. Damit Sie gut durch diese Zeit kommen und die Heimarbeit optimal nutzen können, haben wir für Sie sieben Tipps für effektives Arbeiten im Home-Office zusammengestellt.

1. Schaffen Sie sich zuhause einen festen Arbeitsplatz

Aus Ihrem Bett, von Ihrer Couch oder vor Ihrem Fernseher zu arbeiten wäre keine gute Idee. Sie sind es gewohnt, an diesen Orten zu entspannen. Schaffen Sie sich eine geordnete Atmosphäre. Es muss nicht unbedingt ein ganzer Raum sein. Aber ein Ort, der Ihnen signalisiert, dass dort gearbeitet wird. Haben Sie Familie oder Mitbewohner machen Sie klar, dass wenn Sie an diesem Platz sitzen, Sie „auf der Arbeit“ sind und nicht gestört werden wollen. Die Bügelwäsche hat am Sessel neben Ihnen übrigens auch nichts verloren. Das gilt auch in die andere Richtung: Sobald Sie Feierabend haben, sollten Sie auch Ihr Büro schließen und nicht am Esstisch stehen lassen. Räumen Sie Ihre Unterlagen und den Laptop in ein anderes Zimmer oder machen Sie dafür einen Platz im Schrank. 

2. Die Ausstattung Ihres Home-Office

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie sich auch technisch so ausstatten wie im Büro. Nutzen Sie einen zweiten Bildschirm, eine Maus oder eine externe Tastatur. Investieren Sie nicht in jeden Schnickschnack der Sie nur ablenkt, Geräte sollen Ihnen die Arbeit schließlich erleichtern. Ist Ihre Ausstattung aber unzureichend und funktioniert nicht richtig, zehrt das nur an Ihren Nerven und mindert die Arbeitslust. Meistens haben wir nicht so viel Platz wie im Büro, daher ist organisiertes Aufräumen angesagt. Eine der populärsten Methoden dazu ist die „Konmari“-Methode, auf die wir weiter unten noch genauer eingehen. 

3. Arbeiten Sie zuhause nicht im Pyjama

Ein großartiges Make-up muss es jetzt nicht sein, aber kleiden Sie sich so, als würden Sie ins Büro gehen. Zumindest sollten Sie nicht nach dem Aufstehen im Pyjama direkt mit der Arbeit loslegen und vielleicht noch den Sandmann in den Augen haben. Bleiben Sie bei Ihrer üblichen Morgenroutine - Duschen, Haare waschen, Zähne putzen. Da der Arbeitsweg wegfällt, reduziert sich auch die Zeit vom Aufstehen bis zum Arbeitsbeginn. Bleiben Sie Ihren Gewohnheiten treu und nutzen Sie die Zeit um sich richtig auf den Tag einzustimmen und sich auf die heutigen Aufgaben zu fokussieren. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dadurch für den Feierabend. Schlüpft man abends wieder in die Jogginghose, lässt es sich besser auf den Freizeit-Modus umschalten.

4. Home-Office gelingt mit festen und strukturierten Arbeitszeiten 

Auch wenn Sie morgen früh kein Meeting haben, stehen Sie dennoch wie gewohnt auf und beginnen mit der Arbeit. Legen Sie eine Uhrzeit für den Arbeitsbeginn fest und versuchen Sie auch den Tag nach Möglichkeit immer zur gleichen Zeit zu beenden. Damit vermeiden Sie nicht nur das Verschwimmen von Arbeit und Freizeit, sondern auch dass Sie unkonzentriert werden. Idealerweise sollten Sie im Home-Office ungefähr die gleichen Arbeitszeiten pflegen wie sonst. Vergleichen Sie Ihre Zeiten hin und wieder und versuchen Sie auch hier eine Struktur festzulegen. Home-Office bringt unglaubliche Chancen in Hinblick auf Ihre Flexibilität, erfordert aber genauso Disziplin

5. Bestimmte Aufgaben für jeden Home-Office-Tag

Dieser Tipp ist auch für’s Büro eine gute Idee: Erstellen Sie eine generelle To-do-Liste und priorisieren Sie die Aufgaben nach ihrer Dringlichkeit. Anschließend planen Sie Ihre Home-Office Tage durch und schaffen sich somit einen optimalen Überblick. Das hilft Ihnen, sich auf die wesentlichen Dinge zu fokussieren und effizient zu arbeiten. Toller Nebeneffekt: Nach dem Abhaken sehen Sie ganz klar, wie viel Sie schon geschafft haben. Legen Sie sich auch für jeden Tag ein Ziel fest, damit haben Sie einen klaren „Fahrplan” durch Ihren Tag. 

6. Bleiben Sie im Home-Office konzentriert

Für viele ist es schwierig sich gänzlich von allem anderen abzuschotten. Die Kinder flitzen durch die Wohnung, der Partner will auch kurz was wissen oder der Nachbar hat beschlossen heute seine gesamte Inneneinrichtung umzustellen. Ist man schon mal abgelenkt, kann man doch auch gleich mit dem Handy die neuesten News auf Instagram checken, oder? Es wird zwar unmöglich sein, alle Störfaktoren zu eliminieren, doch einige lassen sich gut in den Griff bekommen. Beobachten Sie diese Zeitfresser genau und versuchen für jeden einzeln eine Lösung zu finden: Legen Sie zwischendurch mit den Kindern eine Spielpause ein, danach wird wieder außerhalb des Büros gespielt und mit guten Kopfhörern hört man vielleicht auch die Bohrmaschine des Nachbarn nicht mehr. 

7. Machen Sie im Home-Office auch mal Pause

Wenn wir schon angezogen sind wie im Büro, sollten wir auch die anderen Büro-Gewohnheiten pflegen. Machen Sie mal eine Kaffeepause oder holen sich ein Glas Wasser. Im Arbeitsmodus vergessen wir oft zu trinken, kurz mal aufzustehen und die Füße zu vertreten oder frische Luft ins Zimmer zulassen. Alle diese Dinge würden wir aber im Büro schon machen. Nehmen Sie sich zwischendurch hin und wieder drei Minuten Zeit, strecken Sie Ihren Körper und atmen tief durch. Ein ganz heikler Punkt ist die Mittagspause. Egal ob zu Hause oder im Büro sollte die Mittagspause wirklich als Pause von der Arbeit genutzt werden. Nur so tanken Sie wieder neue Energie und machen den Kopf wieder frei. Am besten wäre es, sie draußen zu verbringen und wenn es nur eine kleine Runde um den Block ist. Vertreten Sie sich die Füße, essen Sie etwas und kommen Sie dann wieder bewusst in den Arbeitsmodus

8. Mit der richtigen Musik produktiver im Home-Office

Wie sind Sie am leistungsfähigsten? Brauchen Sie absolute Stille, eine gewisse Geräuschkulisse oder tatsächlich Musik? Es gibt zwar Untersuchungen, die zeigen, dass beispielsweise eine Lautstärke zwischen 50 und 70 Dezibel die Kreativität fördern kann. Ab einer Lautstärke von 85 Dezibel wirken sich Geräusche jedoch kontraproduktiv auf unsere Leistungsfähigkeit aus. 

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die sich mit Musik am besten konzentrieren können, dann finden Sie heraus, zu welcher Büro-Tätigkeit welche Art von Musik für Sie am besten funktioniert. Je nachdem kann das Musik sein, die Sie eher antreibt oder entspannt. Auf den gängigen Musik- und Videoplattformen gibt es mittlerweile viele Playlists, die ein fokussiertes Arbeiten unterstützen

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch das Phänomen der sogenannten „Binaural Beats“. Übersetzt bedeutet „binaural“ so viel wie „mit beiden Ohren“. Es bezeichnet den Umstand, wenn auf beiden Ohren jeweils Töne in unterschiedlichen Frequenzen zu hören sind. Dabei nimmt unser Gehirn einen neuen, pulsierenden Ton wahr, dessen Frequenz in etwa den Unterschied der beiden gehörten Töne ausmacht. Dieser Unterschied sollte im Bereich der Alphawellen von 8 bis 13 Hertz liegen, denn dieser kann die Kreativität und eine entspannte, mühelose Wachsamkeit unterstützen. Da die Wirkungen bei den Studienteilnehmern jedoch unterschiedlich ausgefallen sind, gilt auch hier wiederum: Probieren Sie aus, was für Sie funktioniert! Einen Beispieltrack mit Binaural Sounds finden Sie auf https://www.dailybiohacker.de/fokus/. Nach kostenloser Registrierung finden Sie unter dem Menüpunkt „Fokus“ den Track mit den Binaural Beats.

Das Home-Office gelingt mit viel Selbstdisziplin  ausprobieren lohnt sich

Wie alles im Leben hat auch das Home-Office Vor- und Nachteile. Für die einen ist ein Traum: Endlich von zuhause arbeiten, nicht mehr pendeln und die eigene Arbeit flexibler gestalten – das klingt nach mehr Freiheit, Selbstbestimmung und weniger Stress. Auf der anderen Seite gibt es auch einige Nachteile, die für viele zur Zerreißprobe werden: Home-Office verlangt viel Selbstdisziplin, Fokus und klare Grenzen. Für Menschen mit Kindern, die nicht nur generelle Betreuung brauchen sondern vielleicht auch beim Home-Schooling noch schwieriger. Das Homeoffice wird uns wahrscheinlich noch eine Weile begleiten und wir müssen lernen damit umzugehen. Wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben und vieles auszuprobieren, um seine Arbeitszeit so effizient und angenehm wie möglich zu machen.

Arbeiten Sie auch zu Hause? Erzählen Sie uns wie es Ihnen dabei geht und welche Tricks Sie schon eingeführt haben, schreiben Sie uns einfach an bepartof@yo-lo.net.

Marie Kondo: Mehr Ordnung und Struktur im Home-Office

Kennen Sie Marie Kondo? Noch nicht? Dann wird es Zeit! Denn die zierliche Japanerin ist gerade mit ihrer Aufräum-Serie „Aufräumen mit Marie Kondo“ auf dem Streaming-Dienst Netflix in aller Munde. Sie ist professionelle Ordnungsberaterin und zeigt anhand ihres eigenen Konzepts, wie Aufräumen, Ordnung und Struktur zu Hause gelingen. Denn ist Ihr Umfeld zuhause geordnet, fühlen Sie sich auch im Home-Office wohl und können konzentriert arbeiten. Wir haben ihre besten Tipps in Kürze:

1. In bestimmter Reihenfolge entrümpeln

Beginnen Sie mit Dingen, wo das Wegwerfen weniger schwer fällt und kommen Sie erst nach und nach zu Gegenständen mit emotionalem Wert. Marie Kondo rät zu folgender Reihenfolge: Kleidung, Bücher, Unterlagen und Papiere, Kleinkram (den nennt sie liebevoll „Komono“), zum Beispiel Make-up, Elektrogeräte, CDs, Accessoires etc., und zu guter Letzt Erinnerungsstücke. 

2. Nach Kategorien (nicht nach Zimmern) aufräumen

Wenn Sie zum Beispiel den Kleiderschrank ausmisten, nehmen Sie auch gleich die Garderobe im Vorzimmer dazu und Kleidung aus dem Keller, et cetera. Werfen Sie alles auf einen Haufen. Nur so wird Ihnen bewusst, wie viel Sie eigentlich besitzen! Und die Dringlichkeit des Ausmistens wird deutlicher.

3. Nur Dinge mit „Sparkling Joy“ dürfen bleiben

Damit meint die Expertin Glücksgefühle, die Sie bei einem Gegenstand, Kleidungsstück et cetera, verspüren. Macht Sie ein Gegenstand glücklich, darf er bleiben. Alles andere muss weg. So können nach Marie Kondo bis zu zwei Drittel des Besitzes entsorgt werden. Positiver Nebeneffekt: Sie haben nicht nur mehr Platz, sondern wenn Sie sich nur noch mit Dingen umgeben, die Sie glücklich machen, sind Sie selbst glücklich und klar im Kopf.

4. Alles bekommt seinen festen Platz

Das dauert zwar erstmal etwas, aber laut Marie Kondo liegt genau hier der langfristige Erfolg: Ist einmal richtig aufgeräumt, bleibt die Ordnung für immer. Nach Benutzung räumen Sie die Dinge einfach wieder auf ihren Platz zurück. So müssen Sie nicht viel Zeit fürs Ordnung-Machen investieren und wissen immer, wo sich etwas befindet.

5. Richtiges Falten und Verstauen

Die Aufräum-Expertin empfiehlt ihre eigene Falttechnik für Kleidung: Diese wird in rechteckige Päckchen gefaltet, die dann aufgestellt in Schrank oder Kommode verstaut werden. Das soll für eine besser Übersicht sorgen und die Teile vor Falten schützen.

Schubladen sollten nur zu 90 Prozent befüllt werden, damit die Übersicht erhalten bleibt. Dunklere Farben sollten dabei weiter hinten verstaut werden, hellere vorne. Das lenkt den Blick beim Öffnen der Schublade von vorne nach hinten und gibt mehr Struktur.

Hängen Sie Ihre Kleidungsstücke auf, dann sollten sie eine aufsteigende Linie bilden. Das bedeutet, das schwere Jacken und Mäntel nach links und leicht Blusen und Rücke nach rechts kommen. In der Mitte werden Kleider, Shirts und Co. untergebracht. Auch für Schuhe gilt diese Regel: Schwere Schuhe gehören nach unten, leichtere nach oben.

6. Lernen Sie Ihren Besitz schätzen

Beim Aussortieren der Dinge nehmen Sie bewusst Abschied und bedanken Sie sich bei den Teilen. Das mag im ersten Moment vielleicht etwas seltsam klingen, macht jedoch Sinn: Schätzen Sie die Dinge um Sie herum ganz bewusst, gehen Sie sorgsamer mit Ihnen um und haben länger etwas davon. Außerdem lässt uns die dankbare innere Haltung leichter von Dingen Abschied nehmen und stimmt uns nachweislich glücklich.

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