Der Geruchssinn: eine Nase voller Erinnerungen, Wie Düfte auf uns wirken, Wirkung von Duft auf das Gehirn, Duftöle für seelische Wohlbefinden
07.12.2021

Der Geruchssinn:
eine Nase voller Erinnerungen

Text: Beatrix Treml

Wie funktioniert der Geruchssinn und wie hängen Düfte mit Erinnerungen und Emotionen zusammen? YOLO erklärt, wie wir Gerüche registrieren und wie, in weiterer Folge, ätherische Öle in der Aromatherapie wirken.

Kennen Sie das, wenn bestimmte Gerüchte Erinnerungen wecken? Der Keksduft an Weihnachten versetzt einen zurück in die Kindheit, der Sommer duftet nach gemähtem Gras und Sonnencreme, ein bestimmtes Parfum lässt das Herz höherschlagen, da es an einen geliebten Menschen erinnert. Aber auch Orte haben einen bestimmten Geruch – denken Sie nur an den Zahnarzt oder den Turnsaal damals in der Schule. Diese Düfte werden meist nicht bewusst wahrgenommen und dennoch speichert sie unser Gehirn ab. Aber wie kommt es, dass der Geruchssinn so stark mit dem Gehirn verknüpft ist, und welche Reaktionen lösen Düfte im Körper aus? Und warum sind andere Sinneseindrücke nicht so prägnant wie Gerüche? Wir haben den Geruchssinn unter die Lupe genommen und im Zuge dessen herausgefunden, warum und wie ätherische Öle wirken.

 

Wie funktioniert das Riechen?

Der Geruchssinn gehört zu den klassischen fünf Sinnen. Neben Schmecken, Hören, Sehen und Tasten, erlaubt er uns die Außenwelt wahrzunehmen und auf diverse Reize zu reagieren. Während es sich beim Sehen, Hören und Tasten um physikalische Sinne handelt, das heißt, Sinne, bei denen es mittels einer physikalischen Reizquelle zum Sinneseindruck kommt, werden Schmecken und Riechen als chemische Sinne bezeichnet. Hier müssen Substanzen in direkten Kontakt mit den Rezeptoren treten. Im konkreten Fall des Geruchssinns bedeutet das, dass wir Düfte nur wahrnehmen können, wenn Duftstoffe direkt in die Nase gelangen. Da die Rezeptorzellen bei chemischen Sinnen also in direktem Kontakt mit der Außenwelt stehen müssen, um zu funktionieren, sind sie nicht nur diversen Duftstoffen sondern auch toxischen Reizen ausgesetzt. Aus diesem Grund verfügen die Zellen über die besondere Fähigkeit sich zu regenerieren. Riechrezeptorzellen bilden sich in etwa alle sechs Wochen bis sechs Monate nach.

Es gibt aber einen weiteren Unterschied zwischen den Sinnen. Im Gegensatz zum Hören und Sehen haben wir für das Riechen hundertmal mehr Rezeptoren. Das bedeutet, dass der Mensch dazu in der Lage ist, Milliarden von Gerüchen voneinander unterscheiden zu können, wenn es denn so viele gäbe. Erst seit Kurzem ist bekannt, wie die Riechrezeptorzellen tatsächlich funktionieren. Chemische Reize werden dafür in sogenannte funktionelle Gruppen unterteilt. Chemikalien mit einer Schwefelgruppe riechen beispielsweise schwefelig, Aldehyde süßlich-fruchtig.  Allerdings ist es nicht möglich die verschiedenen Substanzen einer einzigen Achse zuzuordnen, wie es bei den Wellenlängen des Lichts für Farben der Fall ist. Und genau dafür sind viele unterschiedliche Rezeptoren notwendig. Das Riechen ist ein sehr komplexer Sinn, der auf einer Vielzahl an Dimensionen basiert. „Wir Menschen besitzen 350 bis 400 verschiedene Riechrezeptortypen und jede Riechrezeptorzelle trägt nur einen einzigen Typ auf ihrer Oberfläche. Sie werden nicht durch bestimmte einzelne Duftstoffe stimuliert, sondern durch die funktionellen Gruppen, aus denen die Duftstoffe bestehen", erklärt der Geruchsforscher Johannes Frasnelli in seinem Buch Wir riechen besser, als wir denken (Molden Verlag, 2021).

Wussten Sie, dass ein Mensch Gerüche zuerst ungefähr zehn Mal wahrnehmen muss, bevor sie als angenehm empfunden werden? Das ist auch mitunter ein Grund, warum Kinder neuem Essen gegenüber wenig aufgeschlossen sind. Die Angst vor Neuem wird in der Fachsprache als Neophobie bezeichnet und sie ist besonders bei Gerüchen und hier vor allem bei Lebensmittelaromen ausgeprägt. Kinder sollten daher neue Lebensmittel zumindest immer mal wieder probieren. Mit der Zeit gewöhnt sich das Gehirn an den Umstand. Sie haben dieses Phänomen bestimmt schon an sich selbst beobachtet – im Erwachsenenalter schmeckt plötzlich eine immer größere Vielfalt an Nahrungsmitteln.

 

Wie hängt der Geruchssinn mit dem Gehirn zusammen?

Die Riechrezeptorzellen ziehen Faserbündel zum Gehirn und bilden in ihrer Gesamtheit den ersten Hirnnerv von zwölf. Jeder dieser Hirnnerven hat eine andere Funktion. Riechinformationen erreichen über die sogenannte Riechbahn die Hirnrinde. Erst dort werden sie von uns bewusst wahrgenommen. Und auch hier unterscheidet sich der Geruchssinn wieder wesentlich von den anderen Sinnen. Denn während die Sehrinde im Zentrum des Gehirns nur für das Sehen zuständig ist oder die Hörrinde ausschließlich Hörinformationen verarbeitet, sind die Riechzentren Teil des limbischen Systems und haben somit noch weitere Aufgaben. Denn dort werden jene Zentren aktiviert, die für das Gedächtnis und das Erinnern, für Emotionen und für Belohnung zuständig sind. Aus diesem Wissen resultiert der Fakt, dass nach dem Wahrnehmen von Gerüchen starke, emotionale Erinnerungen ausgelöst werden. Dieses Phänomen wird auch als „Proust-Effekt“ bezeichnet. Der Name dieses Effekts geht zurück auf eine Episode in Marcel Prousts Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, in welcher die Erfahrung einer wieder erlebten, extrem lebendigen, lange vergessenen Erinnerung beschrieben wird.

 

Aromatherapie – Heilung durch Riechen

Die Aromatherapie ist integrierter Bestandteil der Naturheilkunde. Diverse Studien haben mittlerweile bestätigt, dass ätherische Öle antibakteriell, viruzid (gegen Viren) und antimykotisch (gegen Pilze) wirken. Zudem sind sie bei inhalativer Anwendung sekretionsfördernd und regen bei innerlicher Gabe die Schleimhäute im Magen-Darm-Bereich an. Die generelle Wirkung basiert aber in erster Linie auf der Auslösung der Geruchswahrnehmung. Aufgrund der Verbindung von Geruchssinn und Gehirn werden vor allem ätherische Öle als Phytopharmaka zur Behandlung verschiedener physischer und psychischer Beschwerden eingesetzt. Bei der Aromatherapie wird nicht die ganze Pflanze verwendet, sondern Teile oder nur ein Teil der Pflanze, deren Essenz in den ätherischen Ölen in konzentrierter Form zur Wirkung kommt.

Schon zur Zeit der alten Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten wurden Duftstoffe meist in Form von Räucherwerk für therapeutische und rituelle Zwecke angewandt. Durch die Wirkung im limbischen System kommt es auch zur Einwirkung auf diverse Körperabläufe und den Stoffwechsel. „Aufgrund ihrer starken Flüchtigkeit gelangen ätherische Öle nach dem Einatmen durch die Nasenschleimhaut und Bronchialschleimhaut in den Blutkreislauf und weiter zu den Zielorganen, wo sie wirken sollen", erklärt Prof. Gerhard Buchbauer, emer. Vorstand des Departments für Klinische Pharmazie und Diagnostik an Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien. Die Aromatherapie wirkt über die ätherischen Öle auf Körper, Gefühle, Geist und Seele oder wie Shirly Price, eine britische Aroma-Expertin sagt: „Aromatherapie ist die kontrollierte Anwendung von ätherischen Ölen, um die eigene und die Gesundheit anderer zu erhalten und Körper, Geist und Seele auf eine positive Art zu beeinflussen." Sie kann bei unterschiedlichsten Beschwerden eingesetzt werden. So verhilft die Aromatherapie, je nach Duftstoff, zu besserem Schlaf, innerer Ruhe, aber auch zu mehr Energie oder zur Stärkung der Selbstheilungskräfte. Die Anwendungsmethoden sind vielfältig.

Bis heute wurden eine Vielzahl an Studien durchgeführt, die den Einfluss von ätherischen Ölen auf die Emotionsänderungen prüfen. Diese fokussierten sich vor allem auf den beruhigenden aber zugleich auch aktivierenden Effekt von Lavendelöl oder der stimmungserhellenden und angstreduzierenden Wirkung von Orange. Spannend sind auch die Erkenntnisse, dass die Wahrnehmung von Düften in starken Zusammenhang mit persönlichen Erfahrungen steht. So werden etwa Gerüche, die bei guter Laune wahrgenommen werden, zu Wohlfühldüften und lösen somit bei erneuter Perzeption, also der Wahrnehmung ohne bewusstes Erfassen und Identifizieren, Glücksgefühle aus. Die subjektive Bewertung kann sich allerdings auch mit der Zeit ändern.

Der Duft von Weihnachten

Kaum eine Zeit im Jahr ist so eng an bestimmte Düfte und Gerüche geknüpft wie die Weihnachtszeit. Wie das eingangs erwähnte Beispiel mit dem Keksduft, der an Weihnachten erinnert und ein behagliches Gefühl auslöst, sind auch Mandarinen, Vanille und Zimt klassische Gerüche der Adventszeit. Es ist kein Zufall, dass genau diese Düfte in dieser hektischen und doch besinnlichen Zeit dominieren. Vanillearoma reduziert Angstgefühle und Überforderung und wirkt somit beruhigend. Zitrusdüfte hingegen erheitern die Stimmung und können ein wahres Wohlgefühl auslösen. Wird es draußen kalt und ungemütlich, sind es dann genau diese Düfte, die ein wohlig-wärmendes Gefühl im Haus verbreiten.

Die Taoasis Duftkomposition Happy Christmas sorgt mit Orange, Weißtanne und Nelke garantiert für Festtagsstimmung in jedem Raum und lässt keine Weihnachtswünsche offen. Das Familienunternehmen Taoasis erzeugt seit mehr als 30 Jahren hochwertige, naturreine, ätherische Öle aus zertifiziertem Bio- oder Demeter-Anbau. Die Öle sind ohne synthetische Zusätze und werden umweltschonend produziert. Gemeinsam mit führenden Aromatherapie-Anbietern aus Deutschland und der Schweiz hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, Aromatherapie bekannter zu machen und Aufklärung zu leisten. Mehr Infos zum Unternehmen und zu den Produkten, finden Sie auf taoasis.de.

 
Weihnachtliche Düfte von Taoasis.
Weihnachtliche Düfte von Taoasis.

Gerüche erzeugen Gefühle

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Düfte sowohl positive als auch negative Gefühle erzeugen können und damit unser Wohlgefühl beeinflussen. Besonders ätherische Öle nehmen auf unterschiedlichste Weisen Einfluss auf den menschlichen Organismus. Ätherische Öle wirken über ihren Duft unmittelbar auf das Gehirn und beeinflussen darüber hinaus eine Vielzahl von psychischen, emotionalen und physischen Steuerungsmechanismen – so rufen sie persönliche Erinnerungen hervor, wirken anregend oder beruhigend auf den Körper und können unsere Stimmung beeinflussen.

Sie sind sehr vielseitig einsetzbar und eignen sich hervorragend als Badezusatz, für Inhalationen oder zur Raumbeduftung. Der Wirkung von Gerüchen auf das limbische System wird sich auch im sogenannten Duft-Marketing zunutze gemacht. So werden bestimmte Gerüche sofort mit bestimmten Marken in Verbindung gebracht – Abercrombie & Fitch ist ein bekanntes Beispiel für ein Unternehmen, das in allen Shops weltweit deren Signature-Duft als Raumspray benutzt.

Zum Abschluss laden wir Sie noch auf eine gedankliche Reise in Ihre Kindheit ein: Welche Gerüche waren prägend und welche Erinnerungen und Geschichten fallen Ihnen dazu ein? Fragen Sie sich welche Gefühle diese Düfte bei Ihnen auslösen. Vielleicht können Sie dadurch Ihren individuellen Wohlfühlduft identifizieren und werden dann bei Taoasis fündig.

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