Paar sitzt auf einer Couch und hält Händchen
28.10.2020

Paartherapie mit IMAGO

Text: Verena Radlinger

Dr. Sabine und Roland Bösel arbeiten in Ihrer Praxis mit dem Therapiekonzept Imago. Im Zentrum steht dabei die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Partnern um Akzeptanz und Verständnis aufzubauen.

„Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, sodass in der Zukunft Konflikte und schwierige Situationen gut gelöst werden können“, so beschreibt Roland Bösel die Imago-Therapie. Mit seiner Frau Dr. Sabine Bösel stieß er mit kleinen Umwegen auf eine Paartherapie, in der mit Imago gearbeitet wurde. Nach einer eigenen Paartherapie haben die beiden in Ihrer eigenen Psychotherapiepraxis dieses besondere Therapiekonzept integriert. Auch wenn Imago einen hohen Stellenwert ausmacht, arbeiten sie dennoch interdisziplinär und suchen die Methodenvielfalt aus Ihrer Berufserfahrung. Das Credo der Therapieform ist klar: Jedes Paar hat alles, was es braucht! Deshalb sollen spezielle Formen der Kommunikation aufzeigt werden, wie sich das Paar einander näherkommt und Akzeptanz und Verständnis aufbaut.

„Den Partner von der eigenen Meinung überzeugen, überreden, verführen oder gar zu manipulieren, führt oft genug am Ziel vorbei. In der Imagotherapie geht es darum, das Gegenüber zu verstehen und die Hintergründe seines Verhaltens zu begreifen“, erklärt Frau Bösel. Gleichzeitig wird sich der andere seines eigenen Verhaltens bewusst und kann sich selbst besser erkennen.

In Imago geht man davon aus, dass jedes Paar bereits alles in sich trägt, was es zum Glücklichsein braucht. Nur sind manche Dinge verschüttet. Bei jedem liegen andere Schätze brach und oft genug ist das auch der Grund, weshalb das Paar streitet. „Als Imago-Therapeuten sagen wir dem Paar nicht, was es tun soll, sondern wir helfen beiden Partnern, diese brachliegenden Schätze hervorzuholen, damit sie selbst eine Lösung für die derzeitige Situation finden. Es ist unsere Aufgabe, das Paar zu unterstützen und die nötige Sicherheit zu geben, damit ein achtsamer Austausch möglich wird“, veranschaulicht der Psychotherapeut.

Das wichtigste Instrument sei der Dialog. Dieser soll so gestaltet sein, dass immer nur einer spricht und der andere aktiv zuhört, zu verstehen versucht und dabei wertfrei bleibt. Auf diese Art können Haltung und Verhalten von beiden in der Beziehung hinterfragt werden. Es geht darum, den Partner besser zu verstehen, warum er in dieser Weise und nicht anders reagiert und welchen Einfluss das Verhalten des Gegenübers hat. Mit diesem tieferen Verständnis über alte, hinderliche Muster könnten Lösungen für die Zukunft entwickelt werden. In Folge sollen mit diesem Verständnis Konflikte besser bereinigt oder schon im Voraus vermieden werden.

Wo die Liebe hinfällt …

Die Idee von Imago ist, dass der Partner nicht zufällig ausgesucht wirdsondern der Mensch sich in einen ganz bestimmten Typus verliebt, nämlich in jenen, der einem inneren Bild entspräche, das bereits von Geburt an gezeichnet werde. Dieses Bild sei das Ergebnis aller erlebten positiven wie negativen Erlebnisse, aller Erfolge und aller Traumata. Ebenso habe der Partner ähnliche Erfahrungen gemacht, aber sie anders bewältigt, also andere Strategien entwickelt. So sei die Reaktion eines Partners zum Beispiel Liebesentzug mit Distanz, um die Gefahr einer neuen Enttäuschung zu verringern. Die anderen würden beispielsweise mit zu viel Nähe reagieren, klammern in Folge aus Angst vor dem drohenden Verlust. „Imago geht davon aus, dass der Mensch gestalten möchte und es auch kann, sehr gut sogar. Imago legt daher jedem sehr brauchbare Werkzeuge in die Hand, die helfen, die Zukunft gut zu formen“, fasst Sabine Bösel zusammen.

 

Mehr von den Bösel's und zur Paartherapie erfahren Sie in unserer YOLO-Printausgabe, die am 9. Oktober 2020 erschienen ist. 

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