Dunkelhäutige Frau hat die Hände am Herzen, die Augen geschlossen und lächelt. Das Herz als Zentrum des Lebens.
20.04.2021

Das Herz: Zentrum des Lebens

Text: YOLO Online-Redaktion

Kein Organ ist so wichtig für unser Leben wie das Herz und genau deswegen sollten wir auf seine Gesundheit besonders achtgeben. Wir zeigen Ihnen, wie das Herz funktioniert und wie Sie es durch Ernährung und Bewegung unterstützen können. Aber auch die psychische Gesundheit beeinflusst die Herzgesundheit entscheidend.

Unser Leben steht und fällt mit unserem Herzen. Mit bis zu vier Milliarden Herzschlägen im Laufe eines Lebens vollbringt es eine wahre Meisterleistung – ist dadurch aber auch anfällig für Erkrankungen. Das Herz oder in der Fachsprache auch Cor oder Kardia genannt, ist ein muskuläres Hohlorgan, das als zentrale Pumpstation unseres Kreislaufes die Transportvorgänge in allen Blutgefäßen antreibt. Der medizinische Fachbereich, der sich mit der Lehre des Herzens befasst, nennt sich Kardiologie.

Lage und Aufbau des Herzens

Ein gesundes Herz einer Person ist im Durchschnitt so groß wie seine Faust. Bei einem Mann wiegt es circa 300 Gramm, bei einer Frau circa 260 Gramm. Entgegen der gängigen Meinung, befindet sich das Herz eigentlich etwa in der Mitte des Brustkorbes. Nur zu etwa zwei Drittel liegt es links vom Brustbein, zu einem Drittel rechts davon. Rechts und links wird es von den Lungen umgeben. Vorne grenzt es an das Brustbein an, hinten an Luft- und Speiseröhre. Die untere Begrenzung des Herzens ist das Zwerchfell. Die Herzspitze endet auf Höhe der linken Brustwarze und ist bei der Kontraktion des Herzmuskels durch die Brustwand zu tasten. Deswegen können wir auch unseren Herzschlag ganz leicht spüren, legen wir eine Hand an unsere Brust.

Durch die Herzscheidewände und ein als Herzskelett bezeichnetes Gerüst aus Bindegewebe wird das Herz in eine rechte und eine linke Herzhälfte unterteilt. Jede Herzhälfte besitzt jeweils zwei Kammern: einen Vorhof (Atrium) und eine Hauptkammer (Ventrikel). Diese insgesamt vier Kammern werden auch als Herzhöhlen bezeichnet. Die vier Herzhöhlen werden von der Herzwand umschlossen, die aus drei Schichten besteht:

  • Herzinnenhaut (Endokard)
  • Herzmuskel (Myokard)
  • Herzaußenhaut (Epikard)

Das Herz ist eine unermüdliche Pumpe

Das Herz arbeitet, vereinfacht dargestellt, wie eine Pumpe. Es hält mit seinen Kontraktionen den Blutkreislauf in Bewegung, über den alle Körpergewebe mit Sauerstoff und den notwendigen Nährstoffen versorgt werden. In einer Minute zieht es sich ungefähr 70-mal zusammen (Systole), wodurch die Herzkammern zusammengedrückt werden. Das Blut wird dabei aus dem Herzen in das Gefäßsystem gepresst. 

Sobald sich der Herzmuskel wieder entspannt (Diastole), fließt neues Blut ins Herz. Damit das Herz diese enorme Pumpleistung vollbringen kann, benötigt es selbst viel Sauerstoff. Diesen bekommt es über die Herzkranzgefäße, die kranzförmig um das Herz angeordnet sind.

Für das Pumpen des Herzens sind elektrische Impulse vom Sinusknoten, der im rechten Vorhof liegt, verantwortlich. Über sogenannte Gap Junctions werden Ionen von Zelle zu Zelle weitergeleitet. Die beiden Herzkammern enthalten zusätzlich spezielle Herzmuskelzellen, die eine schnellere Weiterleitung der Impulse ermöglichen – das sogenannte Erregungsleitungssystem.

Pro Minute pumpt das Herz circa sechs bis acht Liter Blut durch die Blutgefäße.
Pro Minute pumpt das Herz circa sechs bis acht Liter Blut durch die Blutgefäße.

Der Blutkreislauf unseres Körpers

Der Blutkreislauf versorgt alle Zellen des Körpers mit Nährstoffen und Sauerstoff. Er besteht aus dem Herz und aus den Blutgefäßen, die sich durch den ganzen Körper ziehen. In den Arterien fließt das Blut vom Herzen weg; die Venen leiten es zum Herzen zurück. Das System der Blutgefäße ähnelt einem Baum: Vom „Stamm“, der Hauptschlagader (Aorta), gehen dicke Arterien-Äste ab, die sich immer weiter verzweigen. Die kleinsten Arterien enden in einem Netz aus winzigen Blutgefäßen, dem Kapillarnetz. Die Kapillaren überspannen wie ein feines Netz die Lungenbläschen, traubenförmige Aufweitungen am Ende der Atemwege.

Vom Lungenkreislauf zum Körperkreislauf

Der Lungenkreislauf beginnt im rechten Vorhof, wo das Blut noch sauerstoffarm ist. Über die Trikuspidalklappe belangt das Blut in die rechte Kammer. Von dort kommt das Blut über die Pulmonalklappe (lat. Pulmo – die Lunge) in die Lunge, wo das Blut mit Sauerstoff aus der Atemluft angereichert wird. Gleichzeitig wird Kohlendioxid abgegeben und über die Ausatmung aus dem Körper transportiert. Das sauerstoffreiche Blut gelangt weiter zurück zum Herzen in den linken Vorhof. Über die Mitralklappe fließt das Blut weiter in die linke Kammer und dann über die Aortenklappe einerseits weiter ins Gehirn, aber auch in die Aorta, um den gesamten Körper mit dem sauerstoffreichen Blut zu versorgen. Von hier an spricht man vom Körperkreislauf.

Von der Aorta fließt das Blut weiter in die kleineren Arterien und schließlich bis hinein in die Körperkapillaren, wo es dann alle Körpergewebe erreichen kann. Der Sauerstoff wird an die Zellen abgegeben und dafür das im Körper entstandene Kohlendioxid sowie andere Stoffwechselprodukte aufgenommen. Hat das Blut den Kreislauf des Körpers durchlaufen, ist es reich an Kohlenstoffdioxid ergo sauerstoffarm.  Über die Körpervenen (bis zuletzt über die obere und untere Hohlvene) gelangt es wieder zum Herzen in den rechten Vorhof zurück und der gesamte Kreislauf (zuerst Lungenkreislauf, dann Körperkreislauf) beginnt von vorne.

Die Herzgesundheit natürlich stärken

Durch Bewegung: Auch das Herz ist trainierbar

Bewegung und körperliches Training stärken unsere Gelenke, Sehnen, Bänder – und Muskeln. Und damit auch den Herzmuskel. Er entwickelt sich in der Tat mit der körperlichen Fitness mit, damit es den sportlich geforderten Leistungen gerecht werden kann. Bewegung und Training stärken aber nicht nur den Herzmuskel an sich, sondern verbessern auch den Sauerstoffaustausch. Somit schlägt das Herz sportlicher Menschen ökonomischer: Es braucht nicht so viele Schläge für dieselbe Leistung eines untrainierten Herzens.

Durch Ernährung: Viele Nährstoffe unterstützen die Herzgesundheit

Ein besonders herzstärkendes Lebensmittel ist der kaliumhaltige Spargel. Er wirkt positiv auf den Blutdruck ein, da es eine harntreibende Wirkung hat. Die natürliche Entwässerung senkt den Blutdruck. Kalium ist außerdem an der Aufrechterhaltung eines gesunden Herzrhythmus beteiligt. Es findet sich auch in Kohlrabi, Karotten, Tomaten und Nüssen.

Auch Lebensmittel, die einen besonders hohen Gehalt an Magnesium haben, wirken herzstärkend. Magnesium ist entscheidend für die Energiebereitstellung im menschlichen Organismus. Es reguliert die Reizübertragung von den Nerven auf die Muskeln und damit auch auf den Herzmuskel. Zu den magnesiumhaltigen zählen Gemüsearten wie Blattspinat und Kohlrabi oder Früchte wie Beeren, Orangen und Nüsse.

Knoblauch ist wohl mit Abstand das bekannteste Hausmittel gegen Bluthochdruck. Die enthaltene Schwefelverbindung Allicin entspannt die Muskeln der Gefäßwände. Die Blutgefäße weiten sich, wodurch das Herz weniger Kraft benötigt, um das Blut durch die Adern zu pumpen. Allerdings setzt die Wirkung erst bei drei bis vier Zehen täglich ein. Daher greifen viele auf Knoblauch-Kapseln oder eingelegten Knoblauch zurück.

Weißdorn ist ein natürliches Mittel zur Herzstärkung und steigert die Kontraktionskraft des Herzens. Sie entspannt und weitet die Blutgefäße und verbessert so die Durchblutung sowie Sauerstoffzufuhr des Herzens. Weißdorn wirkt damit auch blutdruckregulierend. Die meisten Weißdornfrüchte sind roh essbar, schmecken säuerlich-süß, sind aber sehr mehlig. Sie können sie zu Kompott oder Gelee verarbeiten oder auch mit anderen Früchten mischen, da sie gut gelieren.

Die Mistel normalisiert den Blutdruck, wenn dieser nur leicht erhöht ist. Sie wirkt sich positiv auf die typischen Begleitsymptome eines Bluthochdrucks aus. Diese sind häufig Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme sowie Schwindel oder Nervosität. Mistel wird hauptsächlich in Form von Tee eingenommen. Misteltee ist in der Apotheke erhältlich - oder Sie können ihn auch ganz einfach selbst zubereiten:

Für einen Liter Tee benötigen Sie zwei bis vier Teelöffel getrocknete Misteln. Für eine Tasse genügt ein halber Teelöffel.

So geht's:

1. Geben Sie die getrockneten Misteln in eine Schüssel und fügen Sie die entsprechende Menge Wasser hinzu.

2. Lassen Sie das Gemisch über Nacht stehen. 

3. Am nächsten Morgen fangen Sie die Misteln mit einem Sieb ab und fangen die Flüssigkeit in einem Topf aus.

4. Sie können die Flüssigkeit nun erwärmen, aber ohne sie zum Kochen zu bringen, und dann schluckweise trinken.

Achtung: Die Misteln sollten nicht mit heißem Wasser angesetzt werden, da sich sonst schädliche Stoffe aus der Pflanze herauslösen könnten. Nutzen Sie daher den Aufguss mit kaltem Wasser. Mehr Infos zum Kaltaufguss finden Sie hier.

Das Herz in Zahlen

  • Das Herz eines gesunden Erwachsenen wiegt etwa 300 bis 350 Gramm. Zum Vergleich: Das Herz eines Blauwals wiegt etwa 600 Kilogramm bis eine Tonne.
  • Bei einem von 8.000 bis 25.000 Menschen liegt das Herz seitenverkehrt auf der rechten Seite.
  • Im Ruhezustand schlägt das gesunde Herz zwischen 50- und 80-mal in der Minute. Diese Frequenz kann sich unter extremer Belastung auf bis zu 220 Schläge pro Minute erhöhen. In der Nacht sinkt die Herzfrequenz auf rund 50 Schläge pro Minute ab.
  • Das Herz einer Spitzmaus schlägt zwischen 500- und 1200-mal pro Minute.
  • Frauenherzen schlagen schneller als Männerherzen.
  • In der Minute pumpt das Herz circa sechs bis acht Liter Blut durch die Blutgefäße.
  • Im Laufe des Lebens werden circa 250 Millionen Liter Blut durch den Körper gepumpt.
  • Das menschliche Herz erzeugt genug Druck, um das Blut direkt aus dem Körper bis zu zehn Meter hoch zu spritzen.

Das Herzchakra – Anahata Chakra

Das Herzchakra, auch Anahata Chakra genannt, ist das vierte Chakra von insgesamt sieben und laut Ayurveda das energetische Zentrum des Körpers, das für Mitgefühl, Hingabe und die selbst- und bedingungslose Liebe steht. Im Ayurveda herrscht die Überzeugung vor, dass erst, wenn das Chakra des Herzens, das sich genau in der Mitte des menschlichen Körpers in der Brust befindet, offen ist, können auch weitere Chakren uneingeschränkt ihre Aufgaben erfüllen. Leidet ein Mensch an gesundheitlichen Beschwerden, die mit dem Herz-Kreislauf-System oder mit den Lungen zusammenhängen, kann es auf eine Blockade oder eine Dysbalance des Herzchakra hinweisen. 

Die Chakren werden vier Elementen zugeordnet: das Element des Herzchakras ist die Luft, die Freiheit, Leichtigkeit und Offenheit symbolisiert. Dies bedeutet, dass unser Herzchakra uns nicht nur bedeutsame Beziehungen, Empathie und tiefgründige Zuneigung, Liebe und spiritueller Verbundenheit mit anderen Menschen, sondern auch Selbstheilung, sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene, ermöglicht. Hierzu gehören auch die Toleranz und die Akzeptanz, nicht nur den anderen, sondern auch sich selbst gegenüber. Daraus ergeben sich das Vertrauen, die Fähigkeit zu vergeben und emotionale Stabilität und Ausgeglichenheit zu erlangen. Nur diejenigen, die in Einklang mit sich selbst sind und sich selbst lieben, haben demnach auch die Fähigkeit, anderen mit Liebe zu begegnen. So steht das Herzchakra auch in Zusammenhang mit dem typisch menschlichen Ego, das vielen von uns oft im Wege steht, das Selbstbild verzerrt und einen Schatten auf die Selbstzufriedenheit und die zwischenmenschlichen Beziehungen wirft.   

Jedem Chakra werden sogenannte Handlungsorgane und Sinnesorgane zugeordnet. So werden dem vierten Chakra die Arme und Hände als Handlungsorgane und die Haut (und der Tastsinn) als Sinnesorgan zugeschrieben. Unser Atem erfüllt hier eine Schlüsselfunktion: damit das Herzchakra offen ist und wir unseren Körper mit unserer Seele verbinden können, brauchen wir einen tiefen und uneingeschränkten Atem. Probleme mit der Atmung weisen daher ebenfalls auf eine existierende Blockade des Herzchakras hin. Weitere Anzeichen dafür können seelischer Natur sein wie die Unzufriedenheit mit sich selbst und anderen, Groll oder Trauer, das Gefühl von Einsamkeit und Minderwertigkeit, sowie die zwanghafte Suche nach Anerkennung, aus der sich oft auch das Erleben und der Umgang mit Enttäuschungen und dem Verletzt-Worden-Sein ergibt. 

Die Chakrenlehre ist ein spirituelles Konzept, das unter anderem auch im Yoga praktiziert wird. Sämtliche herzöffnenden Asanas, wie zum Beispiel der Fisch, das Kamel, die Taube, der heraufschauende Hund oder die Kobra, wirken aktivierend und ausgleichend auf das Herz-Chakra. Sie dehnen nicht nur die Brust- und Zwischenrippenmuskulatur, sondern verbessern auch die AchtsamkeitWachsamkeit und das Bewusstsein für das Hier und Jetzt. Einen einfachen Guide, wie Sie Schritt für Schritt zur Yoga-Routine finden, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Dass wir von schmerzendem Herzen sprechen, wenn wir trauern, Liebeskummer haben, jemanden vermissen oder von jemandem verletzt wurden, leitet sich von eben diesem Konzept ab. Und so ist unser Herz nicht nur das innere Organ, das unaufhörlich Blut durch unsere Adern pumpt und den Körper mit Sauerstoff versorgt, sondern auch ein wichtiger Zuordnungspunkt unserer Seele und mentalen Stärke.  

 

Das Wichtigste in Kürze: Was Sie über Ihr Herz wissen sollten

  • Das Blut durchfließt unseren Körper in Arterien, Kapillaren und Venen. Im Röhrensystem der Blutgefäße kreist das Blut durch den Körper und erreicht alle Organe und Zellen.
  • Der Lungenkreislauf beginnt in der rechten Herzhälfte. Das sauerstoffarme und kohlenstoffdioxidreiche Blut fließt aus der rechten Herzkammer zur Lunge. Es nimmt dort Sauerstoff auf, gibt Kohlenstoffdioxid ab und fließt zurück zur linken Herzhälfte.
  • Im Körperkreislauf fließt nun das sauerstoffreiche und kohlenstoffdioxidarme Blut aus der linken Herzkammer in alle Teile des Körpers. In den Kapillaren gibt das Blut Sauerstoff und andere Stoffe ab und nimmt Kohlenstoffdioxid und weitere Stoffe auf. Das nun sauerstoffarme und kohlendioxidreiche Blut fließt aus dem Körper zurück zur rechten Herzhälfte. Damit ist der Blutkreislauf wieder geschlossen, es ist ein geschlossenes Blutgefäßsystem.
  • Transportieren Blutgefäße das Blut vom Herzen weg, ist das Blut sauerstoffreich und die Blutgefäße werden Arterien genannt. Das sauerstoffarme Blut wird in Venen wieder zum Herzen befördert.
  • Der beste Weg die Herzgesundheit zu fördern sind regelmäßige Bewegung und körperliches Training, ausgewogene Ernährung sowie ein erholsamer Schlaf beziehungsweise echte Entspannungsphasen für Körper, Geist und Seele.
  • Aber auch unsere psychische Gesundheit spielt für die Gesundheit unseres Herzens eine große Rolle. Nach der Energielehre zeigt sich ein gut entwickeltes Herz-Chakra unter anderem in erfüllenden und harmonischen Beziehungen, sowie einer gesunden Offenheit und Toleranz anderen Menschen und Meinungen gegenüber.

Wissenwertes für Sie

Die Muskeln: Motor unserer Gliedmaßen

Muskeln bewegen unsere Gliedmaßen und gewährleisten, dass wir Bewegungen ausführen können. In unserem YOLO 1x1 erfahren Sie alles über die Beschaffenheit, Aufgaben und Unterscheidung von Muskeln sowie den Ablauf der Muskelkontraktion.

Das limbische System:
Wo Gefühle entstehen

Irene Cara besingt in ihrem weltweit bekannten Song „What a feeling“ ihre Gefühlslage. Woher kommen Gefühle und Emotionen? Was passiert in unserem Körper? Und warum reagieren wir so unterschiedlich auf verschiedene Situationen?